Verliert das Schönecker Krankenhaus seine Chirurgie?
Paracelsus-Geschäftsführung widerspricht Plänen für eine neue Struktur nicht
Adorf/Schöneck. Adorf/Schöneck. Nach "Freie Presse" vorliegenden Informationen soll das Krankenhaus Schöneck die Chirurgie verlieren und auf die Innere Medizin begrenzt werden. Chirurgische Eingriffe sollen nur noch in Adorf ausgeführt werden. Die Firmenspitze von Paracelsus hat am Montag derartige Pläne nicht dementiert. "Es gibt überhaupt noch nichts konkretes. Alles ist im Schwange", erklärte Simone Hoffmann, Direktorin für Unternehmenskommunikation bei der Osnabrücker Klinikgruppe. Also trifft die Verlagerung der Chirurgie zu? "Das ist ihre Interpretation", antwortete Hoffmann nach Rücksprache mit dem neuen Paracelsus-Geschäftsführer Alfred Felscher. Der Finanz- und Strategie-Experte leitet seit Anfang des Jahres die Geschickte des Konzerns.
Von einer Neuausrichtung der Klinik im oberen Vogtland sprach Hoffmann bereits vor Ostern. "Klar ist, dass beide Standorte gestärkt werden sollen", so Hoffmann, keineswegs eines der Häuser zugesperrt wird. Einen Tod auf Raten für die Schönecker Klinik - dass befürchten Insider für den Fall, dass Paracelsus eine Umstrukturierung umsetzt. Erinnerungen kommen hoch an die 1990-er Jahre: Damals gab es im Altkreis Oelsnitz eine Aufteilung auf die Kliniken Oelsnitz und Bad Elster. Ergebnis: Das Haus in Bad Elster schloss, an die Stelle der Oelsnitzer Klinik trat 1996 der Neubau Waldkrankenhaus Adorf. Den wiederum kaufte Paracelsus 2003 für fünf Millionen Euro vom Vogtlandkreis.
Die Zukunftspläne für die Kliniken - derzeit gebe es einen "Abstimmungsprozess" (Hoffmann) - soll auch der wahre Grund für den Abgang von Verwaltungsdirektorin Rita Bernhardt nach nur fünf Monaten sein. Die Darstellung der Firmenleitung, die Mittfünfzigerin habe aus freien Stücken den Posten in ihrer Heimatstadt ohne Einhaltung einer Frist zum 31. Mai gekündigt, lässt viele zweifeln. Hinter vorgehaltener Hand heißt es jetzt, Bernhardt habe sich gegen eine Aufteilungsstrategie ausgesprochen. Bernhardt selbst äußert sich zu dem Thema nicht.
Eine Schließung der chirurgischen Abteilung in Schöneck hätte Folgen. In den vergangenen Jahren wurde immer wieder betont, wie wichtig die Chirurgie in Schöneck für das Wintersportgebiet ist. Es wäre zugleich ein Bruch mit dem Weg von Bernhardts Vorgänger Peter Zeidler. Sein Credo, nachdem im Januar 2009 Adorf und Schöneck vor allem wegen des Kosten- und Wettbewerbsdrucks für kleine Kliniken fusionierten: Der Patient soll von den gebündelten Möglichkeiten an den beiden Kliniken profitieren - und nicht bis zur medizinischen Versorgung durch das halbe Vogtland geschickt werden.