Seit über einem Jahr unverändert: Die Ruine der abgebrannten Firma Freyja-Schlafsysteme im Weischlitzer Gewerbegebiet. Als Ursache wurde Brandstiftung ermittelt.
Seit über einem Jahr unverändert: Die Ruine der abgebrannten Firma Freyja-Schlafsysteme im Weischlitzer Gewerbegebiet. Als Ursache wurde Brandstiftung ermittelt.

Foto: Matthias Ludwig

Weischlitz: Wiederaufbau der Matratzenfabrik lässt auf sich warten

Für durch Brand zerstörtes Gebäude der Freyja-Schlafsysteme ist eine Million Euro nötig

Weischlitz. Auch mehr als ein Jahr nach dem Großfeuer beim Weischlitzer Matratzenhersteller Freyja ist das Firmengebäude im Gewerbegebiet noch immer nicht wieder aufgebaut. Ganz im Gegenteil: Die Ruine der am Abend des 6. November 2010 komplett zerstörten Halle an der Deichselbachstraße steht seither unverändert in der Landschaft. "Das ist unser Beweismittel", erklärt Firmenchefin Martina Frey. Es könnte ja sein, dass die Versicherung noch einmal einen Blick auf den verbliebenen Rest werfen möchte. Denn die Verhandlungen zur Schadensregulierung sind noch nicht abgeschlossen. Laut Polizei steht Brandstiftung fest. Einen Täter konnten die Ermittler indes noch nicht präsentieren.

"Die Mühlen mahlen ziemlich langsam", ergänzt ihr Mann Wolfgang. Bei einem Branchenkollegen, dem ein ähnliches Unglück widerfuhr, dauere das Gezerre mit der Versicherung schon mehrere Jahre. Der Knackpunkt: Für die beim Feuer bei Freyja zerstörten Maschinen und Anlagen kommt die Versicherung zwar ausreichend auf. Für das kaputte Gebäude sei das Regulierungsangebot aber zu niedrig bemessen. "Dafür bekommen wir keine neue Halle gebaut", sagt Wolfgang Frey. Zahlen wollte er mit Hinweis auf das laufende Verfahren, das inzwischen in den Händen von Rechtsanwälten liegt, nicht nennen. Nur soviel: Für den Wiederaufbau samt Ausrüstung werden rund eine Million Euro benötigt. "Aber wir geben nicht auf, bleiben zuversichtlich, dass wir spätestens zum Jahresende wieder umziehen können", sagt Wolfgang Frey. Und zwar aus einem zwischenzeitlich angemieteten und von der Kommune vermittelten alten Fabrikgebäude an der Unteren Burg in Weischlitz.

Dort ist Freyja-Schlafsysteme mit seinen knapp zehn Mitarbeitern untergekommen und produziert unbeirrt weiter. Die Auftragslage sei glücklicherweise gut, sagt Wolfgang Frey. Auch deshalb, weil die Produkte immer wieder in Details verbessert würden. Derzeit setze man gerade auf neue Materialien, wie einem extra aus der Schweiz importieren hochelastischen und klimabeständigen Schaumstoff. Trotzdem: "Wir wollen natürlich gerne wieder zurück und das so schnell wie möglich", sagt er. Vor allem, weil die anvisierte neue Halle im Gewerbegebiet mehr Platz bietet, die Produktion weiter auszubauen, gegebenenfalls sogar zusätzliche Mitarbeiter einzustellen. Und weil, wie in diesen extrem frostigen Wintertagen besonders spürbar, ein modernes Gebäude natürlich deutlich weniger Heizkosten verursacht.

 
erschienen am 05.02.2012 ( Von Thomas Stranz )
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