Lynn Say und Rudi Merckelbagh aus Belgien mit ihren Hunden.
Foto: Eckhard Sommer
60 Musher wetteifern in Schöneck
Schlittenhunderennen findet bei traumhaften Bedingungen statt
Schöneck. Das war ein rundum traumhaftes Wochenende für ein Schlittenhunderennen: Sonne satt, jede Menge Schnee und straffe Temperaturen im Minusbereich. Nach mehrjähriger Abstinenz war Schöneck gemeinsam mit dem Fränkischen Schlittenhundesport-Verband (FSSV) wieder Gastgeber für ein Rennen. Tausende Besucher ließen sich das nicht entgehen. An den Start gingen Musher aus der Schweiz, Belgien, Polen und Deutschland. "Wir hatten noch mit mehr gerechnet, aber Teilnehmer aus Tschechien haben kurzfristig abgesagt", so FSSV-Chef Rocco Pigola. "Ich denke, dass es für alle trotzdem ein super Wochenende ist."
Um in den Start- und Zielbereich Am Meiler und das Lager der Musher zu gelangen, brauchte es einige Geduld. Das meinte auch Schönecks Bürgermeisterin Isa Suplie (CDU): "Heute passt einfach alles und da hält es die Besucher nicht zu Hause. Aber ich denke, dass wir alles ganz gut in den Griff bekommen haben. Schon bei der Vorbereitung mit dem Forst, der freiwilligen Feuerwehr und vielen fleißigen Helfern." Wer endlich einen Parkplatz gefunden hatte, per Fußmarsch oder Bustransfer vor Ort war, der wurde voll entschädigt. So hautnah in Kontakt mit Mushern und ihren Tieren kommt man nicht alle Tage.
Es war schon ein Erlebnis zu sehen, wie die Hunde im Lager eingespannt wurden, wenn sie vor dem Rennen ausreichend Fleischsuppe trinken, damit sie während des Laufens nicht austrocknen. Jeder Muskel war gespannt, die Schwänze wedelten in Vorfreude und an die ungeduldigen Jauler signalisierten: Wir wollen rennen - wann geht es endlich los? Nicht nur Christine und Günter Hartung aus Markneukirchen waren fasziniert: "So was haben wir bisher noch nie erlebt. Das ist alles sehr interessant und wenn so ein Ereignis gleich in der Nachbarschaft stattfindet, dann darf man sich das doch nicht entgehen lassen."
Und dann ging es endlich los! Mit einem "Go, go - good mushing!" schickte Starter Gisbert Hiller die Gespanne auf den 42-Kilometer-Trail. Wie von einem Gummiseil losgelassen, hetzten die Gespanne über die Strecke, ließen den Schnee aufstieben und in der Sonne blitzen wie unzählige Sterne. Hiller gab den Besuchern zwischendurch interessante Informationen zum Schlittenhundesport und den Teilnehmern. Zum Beispiel Jens Laudel aus Netzschkau, ein Stammgast in Schöneck. Er ging mit seinen Hounds an den Start. Laudel: "Viele Jahre hatte ich Huskys, aber jetzt bin ich auf Hounds umgestiegen. Das ist eine Mischung aus Alaskian Husky und Jagdhund. Sie sind genauso ausdauernd wie reine Huskys und sogar noch schneller. Ich fahre mit ihnen hier aber nur die Halbdistanz, weil ich nicht genug trainieren konnte. Wir hatten im Wald viel Schneebruch. Meistens hatte ich die Motorsäge mit ihm Schlitten."
Die weiteste Anreise nach Schöneck hatte Guy Marinus aus Poederlee in Belgien: 760 Kilometer. Er war sogar schon einmal Long-Distance-Weltmeister und während er den Kurs durch die vogtländischen Wälder absolvierte, kümmerten sich seine Begleiter Lynn Say und Rudi Merckelbagh um die anderen Hunde im Lager. Lynn Say war ganz begeistert: "Wir sind das erste Mal hier. Das ist einfach herrlich. Wir haben es zu Hause gar nicht leicht, regelmäßig mit den Hunden zu trainieren. Dafür müssen wir in die Ardennen. In diesem Jahr sind unsere Hunde noch zu jung, aber beim nächsten Mal kommen wir auf jeden Fall wieder nach Schöneck."

