Hammerbrücker Bahnhofsfest 2010 Ein Schnappschuss vom Hammerbrücker Bahnhofsfest 2010. Die Motordraisine des Schienen-Express wird zur Rückfahrt nach Schönheide-Süd vorbereitet.

Foto: Helmut Schneider/Archiv

Eisenbahnprojekt: Hammerbrücke ist vorläufiger Endpunkt der Motordraisine

Vogtländisch-westerzgebirgisches Eisenbahnprojekt liefert noch immer Diskussionsstoff

Hammerbrücke. Auf dem einstigen Hammerbrücker Bahnhof wird zumindest am Sonntag Leben einziehen, wenn der Dorfklub mit dem Förderverein historische westsächsische Eisenbahnen wieder ein Bahnhofsfest veranstaltet.

Hammerbrücke ist seit 2009 Endstation für den Schienen-Express, der in der Sommersaison von Schönheide-Süd aus verkehrt. Nur wenige hundert Meter sind es von Hammerbrücke zum ehemaligen Bahnhof Muldenberg. Dort war im Juni 2009 eine Bautafel aufgestellt worden, die den Einbau einer Weiche ankündigte.

Die Anbindung von Muldenberg sollte die erste von vier Etappen für das vogtländisch-westerzgebirgische Eisenbahnprojekt sein. Damit würden auch die Regiosprinter der Vogtlandbahn wieder bis Schönheide-Süd fahren können.

 

 

 

 

Weiche fehlt noch immer

Drei Jahre später gibt es die Weiche noch nicht. Im Vorjahr hieß es, dass sie vielleicht nicht mehr gebaut werden soll, sondern in Muldenberg nur noch eine Umsteigemöglichkeit in die seit 2008 verkehrende Motordraisine geschaffen wird. Bei der Deutschen Bahn AG wollte man sich am Montag auf Nachfrage von "Freie Presse" nicht dazu äußern.

Das ursprüngliche Projekt sieht vor, dass nach der Anbindung von Muldenberg die 1977 eingestellte Schmalspurbahn von Schönheide-Süd nach Schönheide-Mitte wieder hergestellt werden soll. Allerdings ist die Passage zwischen den einstigen Bahnhöfen verbaut. Die dritte Etappe wäre der Wiederaufbau der 1967 eingestellten Schmalspurbahn von Schönheide-Süd nach Carlsfeld . In der vierten Etappe soll eine bereits vor Jahrzehnten geplant gewesene Verlängerung der Schmalspurbahn von Stützengrün zur Brauerei Wernesgrün erfolgen. Die Gesamtkosten werden auf rund 25 Millionen Euro geschätzt.

Nachbau der ersten sächsischen Schmalspurdampflok Ein Nachbau der ersten sächsischen Schmalspurdampflok legte am 30. Juni 2009 am Bahnhof Muldenberg per Tieflader einen Stopp ein. Damals war auch die Bautafel für den geplanten Neubau der Weiche aufgestellt worden.

Foto: Joachim Thoß/Archiv

An dem erzgebirgisch-vogtländischen Projekt beteiligen sich derzeit die Stadt Eibenstock und die Gemeinden Muldenhammer, Schönheide, Steinberg, Grünbach und Stützengrün mit jeweils knapp 14.000 Euro. Das Projektmanagement ist in Steinberg angesiedelt, ursprünglich sollte bis 2013 die Bildung eines Zweckverbandes mit dem Vogtland- und Erzgebirgskreis vorbereitet werden.

Gründung einer GmbH geplant

Inzwischen ist aber, wie "Freie Presse" erfuhr, die Gründung einer GmbH geplant - scheinbar ohne die sechs Kommunen, dafür mit Unternehmen aus der Wirtschaft. Jürgen Mann (Freie Wähler), der Bürgermeister von Muldenhammer, hat nach seinen Worten mehr durch einen Zufall davon erfahren: "Es soll dazu noch Gespräche geben. Wenn eine solche GmbH gegründet werden soll, wäre das eine ganz neue Situation. Dann müssen wir auf jeden Fall noch einmal im Gemeinderat darüber reden."

Service

Das Bahnhoffest in Hammerbrücke findet am Sonntag von 11 bis 18 Uhr statt. Es werden Fahrzeuge und Waggons aus dem Bestand der Deutschen Reichsbahn ausgestellt. Es gibt ein buntes Programm und erstmals eine Modellbahnbörse.

 
erschienen am 18.06.2012 ( Von Thorald Meisel )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
1
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  • 20.06.2012
    14:08 Uhr

    crashy9708: Wenn die Weiche fehlt

    Schade, zu meiner Schulzeit hatten wir am Ende der 10-ten Klasse wenigstens ein bezahltes "Berufspraktikum".

    In F'stein bauten wir einen Prellbock neu, weil zuvor ein Waggon diesen zerstört hatte.
    Ja, sogar zwischen AE und Rebesgrün mussten wir die Gleise stopfen.
    14 Tage Arbeit für ungefähr 500 Mark (Ost).

    Was macht die Jugend heute:

    Abhängen, surfen und sicvh bei McDoff en Wanst vollhauen.

    Nun ja, einige treiben noch Sport, aber so richtig mal noch währen der Schulzeit arbeiten - nee.

    Steht ja auch nicht im Lehrplan, denn dafür gibt es ja im Anschluss von den Arbeitsämtern das Jahr der "Eingewöhnung in die Arbeit" oder auch besser bekannt als "Warteschleife" für all jene, die nochj keine Lehrstelle bekommen haben; natürlich auch zur "Selbstfindung".
    Nur, dass sich so mancher nie selbst gefunden hat, sondern dafür ein Leben lang Hartz IV kassieren wird.

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