Die Teilnehmer der Erinnerungstour an Andre Kyowski auf dem Gipfel des Spitzberges/Spicak.
Foto: Privat
Erinnerung soll lebendig bleiben
Freunde von tödlich verunglücktem Klingenthaler halten Andenken wach
Klingenthal. Der 13. April 2002 hat das Leben der Klingenthaler Familie Kyowski für immer verändert. An diesem Tag hatte sich der 25-jährige André Kyowski mit seinem Freund Manuel Körner auf dem Weg nach Bad Brambach gemacht. Sie wollten zu Freunden, um die Teilnahme an einem Wettkampf zu planen, bei dem André mit dem Rennrad, und Manuel auf Inlinern starten sollte. Auf dem Weg dorthin sind beide auf der B 92 tödlich verunglückt.
Seither sind zehn Jahre vergangen. "Und doch ist es manchmal so, als wäre es gestern gewesen", sagte Steffen Kyowski, der ältere Bruder von André. Die Zeit verstreicht, und die Angst, dass sein Bruder vergessen werden könnte, beschäftigt den Klingenthaler, der selbst beim Rettungsdienst des DRK tätig ist.
Aber jedes Jahr im Sommer organisieren Freunde, ehemalige Arbeitskollegen und Verwandte von André Kyowski eine Radtour zum 991 Meter hohen Spitzberg/Spièak, um die Erinnerung lebendig zu halten. Organisiert wird die Tour von Heiko Wohlrab, der mit André oft unterwegs gewesen ist. Selbst aus Dresden kommen Radfahrer, um an der sogenannten "Tour de André" teilnehmen zu können.
"Das Radfahren war Andrés Leben", erinnert sich Steffen. Beim Radeln werden deshalb immer wieder Geschichten erzählt, die der eine oder andere mit André erlebt hat. Mit Rennrad und Mountainbike war der Klingenthaler immer wieder allein oder mit Freunden unterwegs gewesen. So war einer seiner größten sportlichen Erfolge die Teilnahme an der "Trans Alp Challenge 2001". Mit seinem Team-Partner und Freund Nico Illner fuhr er vom bayerischen Mittenwald durch drei Länder, um nach acht Etappen, 645 Kilometern und knapp 21.000 bewältigten Höhenmetern körperlich fertig, aber durch und durch glücklich in Riva del Garda mit Blick auf den Gardasee die Ziellinie zu überqueren.
Nicht nur die Alpen waren das Ziel von André, auch auf den heimischen Bergen war er immer wieder zutreffen. Einer seiner liebsten Berge war der besagte Spitzberg/Spièak. Selbst bei Schneefall war er dorthin unterwegs. Er feierte beispielsweise mit Heiko Wohlrab die 30. Spièak-Tour eines Jahres an Silvester mit Sekt auf dem Gipfel.

