Jungs und Mädchen vom Jugendclub bringen ihren Aufenthaltsraum auf Vordermann.
Foto: Helmut Schneider
Erlbach hat die aktivsten Jugendlichen in ganz Sachsen
Zur 48-Stunden-Aktion sind wieder mehr als 100 von ihnen im Einsatz
Erlbach. Die Jugendlichen in Erlbach brauchte man nicht zweimal fragen, ob sie denn mithelfen würden, ihren Ort zu verschönern: Schon vor Monaten hatten sie Vorschläge gemacht, was sie zur landesweiten 48-Stunden-Aktion in diesem Jahr unternehmen wollen.
"Die Eigeninitiative ist enorm", sagt Kerstin Echtner, die die Aktionen in Erlbach koordiniert. Im Vorjahr war die 1800-Einwohner-Gemeinde schon der aktivste Ort beim Wettbewerb, der im Vogtland vom Kreisjugendring organisiert wird.
Warum es ausgerechnet in Erlbach so viel Engagement gibt? "Die Gemeinde unternimmt eine Menge für uns - dann ziehen wir natürlich mit", sagt Lisa Müllermann. Sie und ihre Freunde vom Jugendclub legen selbst mächtig Hand an.
Die Jugendlichen wechseln die selbst die Decke in ihrem Aufenthaltsraum im Alten Schloss aus, wollen die Wände streichen. Um Sponsoren für neue Deckenverkleidung haben sie sich selbst gekümmert. Ein Baumarkt stellt die Paneele zur Verfügung. Auch neue Deckenlampen haben sie aufgetrieben, bei der Installation helfen Eltern.
In 20 Minuten war die alte Decke abgebrochen - Rekordzeit. "Sie arbeiten immer wie im Akkord", sagt Kerstin Echtner. In den Vorjahren haben sie den Musikpavillon und das Brückengeländer am Teich gestrichen. Die Jugendlichen scherzen: "Wir bekommen hier kostenlos die Ausbildung zum Maler und Handwerker."
Jeder vierte Vogtländer, der bei der Mitmach-Aktion Hand anlegt, tut das in Erlbach. Dabei kommen die Jugendlichen aus der ganzen Umgebung, aus Adorf oder Markneukirchen. Die kleine Gemeinde ist ihnen ans Herz gewachsen. Noch bis 30. Juni legen sich verschiedene Gruppen ins Zeug, räumen den Skihang auf, säubern das Bachbett, streichen den Sockel am Musikpavillon oder bauen Spielgeräte und Spielplätze. Der Lohn sind ein orange farbenes Arbeits-T-Shirt und ein lebendiger Ort, wie Kerstin Echtner feststellt.

