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Die Fronfeste in historischer Ansicht.

Foto: Perlmutter- und Heimatmuseum Adorf

Fronfeste: Adorf muss loslegen

Die Stadt ist in der Pflicht, 2017 mit der Sanierung des denkmalgeschützten Baus zu beginnen. Warum damit das Thema Musikschule unter Druck gerät.

Von Ronny Hager
erschienen am 20.03.2017

Adorf. Essig ist es mit der Hoffnung der Stadt Adorf, Sanierung und Umbau des früheren Stadtgefängnisses Fronfeste hinauszuschieben. Es wird nichts mit der Verschiebung von Fördermitteln ins nächste Jahr. "Wir müssen anfangen", erklärt Kati Stein, die Geschäftsführerin des Hauseigentümers Wohnungsgesellschaft Adorf, nach einem Gespräch mit Geldgebern. Die Stadt wollte die Mittel - Denkmalschutzgelder von etwa 140.000 Euro - erst 2018 ausgeben. Grund: Ob es mit der EU-Förderung für Pläne eines deutsch-tschechischen Kulturzentrums im Erdgeschoss des Gebäudes was wird, entscheidet sich wohl erst im Herbst.

Nun sieht es so aus, dass spätestens in einem halben Jahr am künftigen Haus der Musik bereits ein Baugerüst steht. Im September/Oktober soll die Trockenlegung der Fronfeste passieren, sagt Kati Stein auf Anfrage. Es ist der aus Sicht der Geschäftsführerin spätmöglichste Bautermin dieses Jahr. "November geht nicht", sagt sie. Das Gespräch mit den Fördermittelgebern bezeichnete Stein als "sehr konstruktiv" - nach Hin- und Herüberlegen sowie erneuten Planungsänderungen steht jetzt der Fahrplan. "Anfang September ist die Baugenehmigung nötig. Im Mai muss der Antrag eingereicht werden. Bis dahin müssen wir wissen, was geht ins erste Obergeschoss", verweist Stein auf den wunden Punkt. Denn: Anders, als es Bürgermeister Rico Schmidt (SPD) vor zwei Wochen hoffte, hat die Stadt nicht mehr viel Zeit, um zu entscheiden: Musikschule rein - ja oder nein? Kati Stein ist für den Einzug, Musikschulleiter Michael Hiller dagegen.

Der Stadtrat hatte die Entscheidung über die knifflige Frage zweimal vertagt - und zuletzt zauberte Bürgermeister Schmidt die Awo Auerbach als Alternativ-Nutzer für den ersten Stock der Fronfeste aus dem Hut. Das Kalkül des Rathaus- Chefs: Es gibt die Chance auf Schulbaumittel, damit weitere Räume in der Zentralschule ausgebaut werden können. Ziel: mehr Platz für die Oberschule, zugleich würde dort an der Lessingstraße das Übergangs-Domizil der Musikschule zur Dauerlösung. Doch Adorf rennt die Zeit davon: Im Mai wisse er mehr, sagte Schmidt. Doch solange kann die Entscheidung kaum warten: Denn der Stadtrat hat dem Bürgermeister ins Stammbuch geschrieben, dass er den Planern für mögliche Umbauten im Zentralschulgebäude erst dann grünes Licht gibt, wenn klar ist, dass Adorf überhaupt Fördermittel für Umbaumaßnahmen erhält.

Bislang seien das "vage Zusagen", kritisierte Stadtrat Frank Jäger (Freie Wähler) zuletzt. Er befürchte, dass nach der Ablehnung des Einzugs der Musikschule in die Fronfeste womöglich in einem halben Jahr die Ansage kommen, man müsse doch die Fronfeste ausbauen, sollten die Schulbaupläne platzen. An die "Verantwortung für Machbares" appellierte indes Sylvia Dobberkau (CDU). Sie hatte aus den Unterlagen zum Musikschulumzug herausgelesen, dass dieser in die Fronfeste als baulich nicht möglich gesehen wird. Sie wolle sich später nicht vorwerfen lassen, als Ratsmitglied Geld in den Sand gesetzt zu haben, sagte sie. Der Ausgang der Debatte gilt als ungewiss, oder, wie es Kati Stein formuliert: "Es bleibt spannend."

 
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