Klingenthal/Zwota: Einheitsgemeinde favorisiert

515 Anrufe bei Telefonumfrage zum geplanten Zusammengehen von Klingenthal und Zwota vermerkt

Klingenthal/Zwota. Die meisten Anrufer (249, das sind 48 Prozent) sprachen sich für die Bildung einer Einheitsgemeinde von Klingenthal und Zwota aus. 175 Anrufer (34 Prozent) votierten für die weitere Eigenständigkeit von Klingenthal und Zwota. 91 Anrufer (18 Prozent) würden eine Eingemeindung von Zwota nach Klingenthal bevorzugen.

Die Telefonumfrage der "Freien Presse" hat keinen repräsentativen Charakter, sie sollte vor den in Zwota stattfindenden Bürgerversammlungen ein erstes Stimmungsbild der Diskussion zeigen.

Am Montag hat auch erstmals der Klingenthaler Stadtrat fraktionsübergreifend eine Stellungnahme zu Vorteilen und Risiken einer Einheitsgemeinde abgegeben. So rechnet man bis 2016 mit Mehreinnahmen von etwa 1,6 Millionen Euro€durch "Hochzeitsprämie" und höhere Zuweisungen. Die Kosten für eine Einheitsgemeinde würden bei rund 110.000 Euro liegen. Der Überschuss von etwa 1,5 Millionen€ Euro könne mit Fördermitteln für Investitionen genutzt werden. Zu konkreten Vorhaben hat sich der Stadtrat nicht geäußert.

Zu den möglichen 500.000 Euro Grunderwerbssteuer, die bei einer Einheitsgemeinde für die stadteigene Wohnungsgesellschaft anfallen würden, läuft eine Initiative im Bundesrat, die zu einer entsprechenden Gesetzesänderung führen soll.

Im Falle einer Einheitsgemeinde würden zum 1. Januar 2013 die Bürgermeister von Klingenthal und Zwota ihr Amt räumen und ein Amtsverweser für drei Monate die Geschäfte der neuen Kommune Klingenthal/Zwota führen. In dieser Zeit muss ein neuer Bürgermeister gewählt werden.

Ehrenamtliche Bürgermeister erhalten nach dem Ausscheiden keine Bezüge mehr. Hauptamtliche Bürgermeister können auf Antrag eine leitende Stellung innerhalb der neuen Stadtverwaltung beantragen, oder in den einstweiligen Ruhestand bis zum Ende ihrer Amtszeit versetzt werden. Vom Ruhestandsgeld von 71,75 Prozent der Bezüge für drei Jahre muss die Kommune dann 43 Prozent übernehmen.

Service

Bürgerversammlungen in Zwota finden am Dienstag, 19 Uhr im Ferienhotel Zwotatal, und Mittwoch, 19 Uhr im Gasthof Walfisch statt.

 
erschienen am 06.08.2012 ( Von Thorald Meisel )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
3
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  • 17.08.2012
    13:04 Uhr

    Nixe: Kann mir denn niemand was zum Namen sagen!? Liest das hier kein Zwotaer oder Klingenthaler?! Schließlich ist das nicht belanglos. Ich verweise auf meinen früheren Beitrag!
    Was meinen denn die Stadträte dazu?

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  • 13.08.2012
    11:11 Uhr

    Nervzwerg: Wenn ich diese Debatten um die Eingemeindung oder Zusammenlegung verfolge, gerade auch auf facebook, dann kann es einem ja nur schlecht werden. Der BM betitelt seine Stadträte als inkompetent. Sowas geht ja wohl mal überhaupt nicht und dann wird schon wieder das Geld verteilt was noch gar nicht da ist. Wie wäre es denn mal mit Schuldenabbau? Ich glaube davon würde die nächste Generation am meisten profitieren. Aber es könnte natürlich auch noch ne Schanze mit Supermarkt gebaut werden ;-). Ich bin jedenfalls gespannt wie das Thema weiter behandelt wird und ob der Bürger auch gefragt wird oder ob das "DER KOMPETENTE BM" entscheidet.

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  • 09.08.2012
    16:09 Uhr

    Nixe: Wie lautet dann der neue Name?! Ein Ortsname ist schon lange Zeit mit dem Ort und seiner Bedeutung/Entstehung verbunden. Klingenthal wird einerseits als klingendes Tal bezeichnet,wegen seiner Musik oder auch wegen den ersten Hammerwerken die hier entstanden und woraufhin sich die Leute begonnen haben anzusiedeln. Eine andere, wohl noch wahrscheinlichere Variante, bedeutet das Wort "Klinge" als altes Wort für "Wildbach", früher war hier ein tiefes Tal mit Wäldern und einem üppig springenden wilden Mittelgebirgsbach (andere Namen auch Höllbach, Höllbachthal genannt). Klingenthal also das "Wildbachtal".
    Zwota hingegen dürfte ein slawisches Wort sein, die Bedeutung ist mir leider nicht bekannt, aber sicherlich aufzutreiben. Und so hat jeder Ort seine Bedeutung, es sind nicht nur aneinandergereihte Buchstaben, sondern oft sehr alte Worte mit Bedeutung auf den Ursprung des Ortes.
    Also wie soll dann der neue Name sein?! Ein zusammengewürfelter Name ist dann tatsächlich nur noch ein Zusammenfügen von Buchstaben, siehe Muldenhammer!
    Man rechnet mit Mehreinnahmen von ca. 1,5 Millionen. Ist das sicher? Wofür genau sollen diese investiert werden, sind diese Projekte die damit finanziert werden, auch wirklich sinnvoll und langfristig? Oder handelt es sich wieder nur um Straßenbau oder neue Countainerbauten (Supermärkte etc.)? Denn dafür würde es sich nicht lohnen, das wäre es nicht wert die Orte zu opfern!
    Die große Frage ist: IST ES DAS WERT !???
    So eine Entscheidung ist nicht rückgängig zu machen! Das sollte keine rein finanzielle Frage sein, allein von wirtschaftlichem Gewinn getragen.

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