Kreisel soll Kreuzung in Siebenbrunn entschärfen
Stadträte diskutieren über den Umbau des Knoten B 283, der ein Unfallschwerpunkt ist
Markneukirchen. In ein lange in Markneukirchen diskutiertes Thema kommt jetzt Bewegung: Es geht um den Umbau der Kreuzung B 283 im Ortsteil Siebenbrunn. Die Straße führt in dem Bereich über Bahngleise und ist durch eine S-Kurve laut Bürgermeister Andreas Jacob (CDU) bis heute ein Unfallschwerpunkt. Jacob dämpfte zugleich Hoffnungen, dass ganz schnell gebaut wird. Dies geschehe nicht vor 2015. Den Hut für den Bau hat das Landesamt für Straßenwesen und Verkehr auf.
Im Technischen Ausschuss hatten die Stadträte jetzt sechs Varianten für den Umbau der Kreuzung auf dem Tisch. Auch wenn die Räte erst am 19. Juni entscheiden, welche Idee sie am ehesten mittragen, so kristallisierte sich bereits ein Favorit heraus. Es handelt sich um die Variante, die einen Kreisverkehr nahe der bestehenden Straße unterhalb der früheren Gastwirtschaft "Steinknock" vorsieht. Entscheidender Vorteil aus Sicht mehrere Räte: Die neue Brücke über den Schwarzbach Richtung Siebenbrunn kann einbezogen werden, der Verkehr in den Ort muss nicht wie in vier anderen vorgestellten Varianten über die Papiermühle geleitet werden.
Keine Gegenliebe fand die Minimal-Variante, die S-Kurve beizubehalten und nur die Kreuzung B 283/ Adorfer Straße aufzuweiten und so zu entschärfen. Die anderen Varianten unterschieden sich zum Beispiel in der Anbindung der Adorfer Straße und im Neubau der Brücke über die Bahn. Nicole Greil von der Bauverwaltung im Rathaus hatte auch die groben Kostenschätzungen dabei, wie teuer welche Ausbau-Variante die Stadt kommt. Bei einer Förderung des kommunalen Anteils von 50 Prozent reicht die Spanne von 238.000 Euro ohne Kreisverkehr bis hin zu 479.000 Euro, wenn die Adorfer Straße Richtung Stadtkern Markneukirchen auf längere Strecke in die Wiese verlegt wird.
Ein Kreisverkehr nahe der bestehenden Straße kommt den bereits im Stadtrat diskutierten Vorstellungen am nächsten, sagte Matthias Kreul (Freie Wähler). Damit sei die neu gebaute Brücke Richtung Siebenbrunn einbezogen - wenn der Verkehr über die Papiermühle geführt werde, sei sie nach kurzer Zeit schon wieder sinnlos. Da sah Manfred Meixner (FDP) genauso. "Die Leute lachen uns ja aus, wenn die neu gebaute Brücke nicht benutzt wird", so der Vizebürgermeister. Matthias Kreul als auch Walter Voigt (CDU) sahen einen geplanten Kreisverkehr hinter der Tankstelle Richtung Breitenfeld als unnötig an.
Einen Pferdefuß hat der Kreisverkehr nahe der bestehenden B 283, machte Hans-Ludolf Parisius aufmerksam, der für die landschaftspflegerische Begleitung zuständig ist und als sachkundiger Bürger im Ausschuss sitzt: "Vom Umwelt-Aspekt ist das eine der schlechtesten Varianten". Grund: Mit dem Bau an dieser Stelle würden Biotope zerstört, der Ebersbach müsste umverlegt werden, Eingriffe in die Gehölz-Bepflanzung der Böschungen seien nötig. Dennoch hegt auch Parisius Sympathie für diese Variante. "Sie hat weniger straßenbaulichen Aufwand." Die Planung dieser Variante mit Brücken-Neubau über die Bahn geht für die Stadt von einem Anteil von 402.000 Euro aus.

