Anja Kunstmann mit ihrer Tochter Amelie: Um ein Haar wäre die Kleine auf dem 50. Plauener Spitzenfest zur Welt gekommen. Die 35-jährige Mutter war noch nie beim Stadtfest Nummer 1 dabei, aber künftig wird es eine besondere Bedeutung für sie haben.
Foto: Ellen Liebner
Baby zum 50. Plauener Spitzenfest geboren
Anja Kunstmann bringt Tochter Amelie zur Welt - Freudiges Ereignis vereitelt ersten Festbesuch
Plauen. Das 50. Plauener Spitzenfest hat noch eine besondere Überraschung parat gehabt - zumindest für die 35-jährige Plauenerin Anja Kunstmann. Eigentlich hatte sie am Spitzenfest-Samstag Marianne Rosenberg auf der Altmarkt-Bühne sehen wollen. Aber daraus wurde nichts. Auf die Künstlerin musste sie verzichten, dafür hält sie jetzt ihre Tochter im Arm.
Hochschwanger, der Geburtstermin war schon um eine Woche überschritten, war die selbstständige Unternehmerin mit ihrem Lebensgefährten zum Altmarkt gegangen. "Ich war in meinem ganzen Leben noch nicht beim Spitzenfest gewesen, weil ich meist auswärts gelebt habe", erklärt sie. "Weil es aber das 50. war, wollte ich diesmal unbedingt hin. Aber dann wurde mir so komisch. Also haben wir wieder kehrt gemacht." Gegen Mitternacht, als auf dem Altmarkt noch großer Trubel herrschte, setzten die Wehen ein. 4.30 Uhr ging's in die Klinik, und am Spitzenfestsonntag 9.22 Uhr ist Amelie geboren, 49 Zentimeter groß und 2955 Gramm schwer.
"Es war sozusagen eine Drei-Generationen-Entbindung, denn mein Vater Gerd Kunstmann war dabei. Das war sein größter Wunsch. Bei meiner Geburt waren Väter im Kreißsaal noch nicht erlaubt, also beschlossen wir, dass er diesmal dabei sein darf", sprudelt es aus der frisch gebackenen Mutter heraus. Der Senior lebt auf einem Bauernhof in Schneckengrün, hat in seinem Leben vielen Kälbern ans Licht der Welt verholfen, aber die Geburt eines Kindes habe er eben noch nicht erlebt. Voller Sorge sei der Großvater im Kreißsaal immer hinter seiner Tochter hergegangen, auf dass ihr ja nichts zustoße. Als das Baby geboren war, hielt er es glücklich in den Armen.
Anja Kunstmann hatte eigentlich schon die Hoffnung aufgegeben, noch Mutter zu werden. "Im vierten Monat bin ich erst zum Frauenarzt gegangen und habe erfahren, dass ich schon im sechsten Monat bin", erzählte sie lachend. Von nun an wird sie eine besondere Bindung zu Plauens Stadtfest Nr. 1 haben. "Vielleicht finden wir eine Möglichkeit, den Kindergeburtstag künftig mitten im Festgetümmel zu feiern."

