Vereinschef Gert Müller - in der Hand eine alte Ofenkachel - arbeitet an der Freilegung der Kellergewölbe an der Syrastraße. Jetzt ist für das Luftschutzmuseum Meyerhof ein Notausgang geschaffen worden.
Foto: Ellen Liebner
Bergknappen legen alten Bierkeller im Schlosshang frei
Erster Vorstoß in die "Erlebniszone Schlossterrassen" gelungen
Plauen. Die Idee vom "Plauener Sanssouci" hat im Herbst bei einem City-Wettstreit Silber belegt. Jetzt fühlen die Bergknappen vor und schaffen Tatsachen. Neben dem Luftschutzmuseum "Meyerhof" im Schlosshang haben sie einen weiteren Keller freigelegt - einer von insgesamt elf im Hang. Bis auf zwei liegen alle nebeneinander. Die Keller sind zugeschüttet und zugewachsen, werden aber in den nächsten Jahren geöffnet.
Am Fuße des Campus sollen Erlebnis-Keller entstehen. Gedacht sind sie nicht nur für die Studenten der Berufsakademie, die ins Stadtschloss ziehen, sondern für jedermann. Wie das aussehen wird, lässt der Vorstoß der Hobby-Bergknappen jetzt erahnen. "Das ist der Anfang einer herrlichen Schloss-Landschaft", sagt Vereinschef Gert Müller. Er gehört der Arbeitsgruppe an, die das Projekt "Schlossterrassen" entwickelt hat.
Als Brauereipferde noch modern waren, lagerten die Plauener in den Zollkellern ihr Bier. Müller zufolge wurden sie um 1850 in den Schlosshang geschlagen. Im Zweiten Weltkrieg, in dem sie als Luftschutzkeller dienten, sind sie miteinander verbunden worden. Für Gert Müller sind sie heute vor allem eins: Teil der Plauener Unterwelt.
Der frei gelegte Keller soll der Kleinste in einer Kette sein. Dem benachbarten Luftschutzmuseum "Meyerhof" wird er als Notausgang dienen. Der Bergknappenverein hatte die Auflage, unter Tage für mehr Sicherheit zu sorgen. Damit soll das Luftschutzmuseum besonders zu Spitzenzeiten wie zur "Nacht der Museen" entlastet werden. Im vergangenen Jahr hatten sich an jenem Abend 1400 Besucher den Keller angeschaut. An dem Nachbarkeller ist noch einiges zu tun. "Wir müssen mindestens 500 Schubkarren Dreck rausschaffen", sagt Gert Müller. Begehbar ist das 50 Quadratmeter große Gewölbe bisher nicht. Die Bergsicherung Sachsen ist beauftragt, es mit Stahl und Beton zu stabilisieren. Erst danach legen die Bergknappen den Verbindungsgang zum Luftschutzmuseum frei.
Die Zukunft des Kellers ist verglichen mit dem, das für die Nachbargewölbe geplant ist, eher unspektakulär. Vorgesehen sind unter anderem ein Jazzkeller für die Großen und eine Abenteuerwelt für die Kleinen - sowie eine große, öffentliche Toilette für diejenigen, denen beim Stadtbummel die Blase drückt.


