Teich am Friesenbach Alt-Chrieschwitz: Der Teich am Friesenbach stinkt. Sigmar Schröter zeigt warum - es fließt kein frisches Wasser mehr hinein.

Foto: Ellen Liebner

Bewohner klagen über Gestank - Tote Fische in Plauener Teich gefunden

Privatgewässer in Alt-Chrieschwitz mangelt es an Sauerstoff

Plauen. Er sieht so idyllisch aus, der kleine Teich am Friesenbach: ein paar Wildenten landen im Schatten, ein Graureiher stolziert durch das seichte braune Wasser. Was stört, ist der Gestank. Anwohner des Plauener Wohnviertels Alt-Chrieschwitz beklagen sich über den beißenden fauligen Geruch, der aus dem kleinen Privatteich strömt.

Am Montag sind zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Wochen tote Fisch an dem stehenden Gewässer gefunden worden. Die Stadt Plauen kennt das Problem bereits: "Ursache des Fischsterbens ist Sauerstoffmangel", sagt Kerstin Schicker, Fachbereichsleiterin Bau und Umwelt. Dieser entstehe durch ein Überangebot von Nährstoffen im Wasser. "Im Kleinen kann man sich das vorstellen wie bei einem Gartenteich, in den viele Blätter gefallen sind", erklärt Schicker. Wenn die Blätter gären, "kippt der Teich um", es bilden sich Algen, das Wasser färbt sich grünlich und stinkt.

Genau das sei beim Alt-Chrieschwitzer Teich passiert, sagt der Besitzer Sigmar Schröter. Da der Teich keinen Zulauf hat außer dem abfließenden Wasser der Felder oder Regen, sei ihm vor zwei Wochen der Sauerstoff ausgegangen.

"So schlimm wie dieses Jahr war es noch nie. Aber ich kann nichts dagegen machen", sagt Schröter. Seine Hühnerfarm, die direkt oberhalb des Teiches liegt, habe damit nichts zu tun. "Hühnerexkremente sind nicht flüssig. Sie werden außerdem als Dünger weiterverwendet." Der Teich stinke zwar - die vielen Tiere seien aber ein Zeichen dafür, dass es um das Gewässer nicht so schlecht bestellt sei. In dem Teich seien noch "Unmengen von Fischen", so Schröter. Laut Kerstin Schicker handelt es sich dabei um Stichlinge - eine Fischart, die dafür bekannt ist, dass sie sich besonders schnell vermehrt und häufig in Gewässern anzutreffen ist, in denen keine andere Fischart überleben könnte.

Das Umweltamt des Landkreises hat am Montag eine Kontrolle des Teiches angekündigt, um die Hintergründe des Fischsterbens aufzuklären. Die Ergebnisse sollen am Dienstag bekannt gegeben werden.

Ändern wird sich aber erstmal nichts. Sigmar Schröter will den Winter abwarten, um den fauligen, stinkenden Schlamm aus dem Teich zu entfernen. Eine dauerhafte Lösung ist das jedoch nicht, sagt Kerstin Schicker: "Abhilfe wäre nur möglich, wenn ein kontinuierlicher Zufluss geschaffen wird. Dafür wäre allerdings eine größere Investition notwendig"

 
erschienen am 23.07.2012 ( Von Christian gesellmann )
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