Strahlt wieder in frischem Weiß: Die Kirche in Steinsdorf ist außen verschönert worden. Pfarrerin Beatrice Rommel hofft, dass das Gotteshaus auch im Inneren noch auf Vordermann gebracht werden kann.
Foto: Ellen Liebner
Die Steinsdorfer retten ihre Kirche
Sanierung des Gotteshauses nach zwei Jahren abgeschlossen -Viele Anwohner haben sich ehrenamtlich beteiligt
Steinsdorf.
Steinsdorf. Stolz schreitet Beatrice Rummel um "ihr" Gotteshaus. Die Pfarrerin zeigt auf den aufgewühlten Boden - die letzten Spuren der umfangreichen Bauarbeiten.
In den vergangenen zwei Jahren ist die Steinsdorfer Kirche saniert worden.
Das Dach wurde gedeckt, das Gesims erneuert, ein frischer Anstrich musste her und schließlich das Wichtigste: eine ordentliche Entwässerung. Denn das Wasser rund um das Gotteshaus hat den Steinsdorfern so einige Sorgen bereitet. "Die Kirche steht hier wie in einer Badewanne", erklärt Beatrice Rummel.
Bei Regen konnte das Wasser bislang nicht vernünftig abfließen - und hatte so genügend Zeit, ins Mauerwerk zu ziehen. Feuchte Mauern, feuchtes Holz, ein eingenisteter Schwamm: Für die Steinsdorfer bedeutete das eine finanzielle Katastrophe. Ursprünglich waren rund 270.000 Euro für die Sanierung des Gotteshauses geplant gewesen - am Ende beläuft sich die Summe jedoch auf 311.000 Euro.
Und ohne die Unterstützung der Steinsdorfer wäre es sogar noch eine gehörige Portion mehr. "Die Mitglieder des Heimatvereins Alberthöhe und auch des Kirchenvorstands haben sich ehrenamtlich und sehr fleißig bei der Sanierung beteiligt", berichtet die Pfarrerin lobend.
Das ganze Weiß, in dem sich das Gotteshaus präsentiert - Arbeit der Steinsdorfer. Der Schacht - Arbeit der Steinsdorfer. Das Malern der Fenster und Türen - Arbeit der Steinsdorfer. "Der Einsatz war wirklich bemerkenswert." Auch die Spendenbereitschaft vieler Menschen habe sie sehr erfreut, so Beatrice Rummel. Allerdings klafft noch immer eine Lücke von 30.000 Euro im Kirchensäckel. Den Großteil der Gesamtbaukosten hat das Landeskirchenamt übernommen, auch die Denkmalschutzbehörde sowie die Gemeinde zahlen mehrere Zehntausend Euro. Den Restbetrag will Beatrice Rummel in den nächsten Jahren aufbringen.
Die Bauarbeiten im Äußeren sind derweil erst einmal abgeschlossen. Zu tun bleibt dennoch genug. Im Inneren zum Beispiel soll 2011 noch so einiges verschönert werden - schließlich steht das große Heimatfest an, zu dem viele andere Steinsdorfer eingeladen werden. Die Gäste aus Nah und Fern können sich dann - neben dem prächtigen Altar und dem barocken Taufstein - eine weitere Besonderheit ansehen: Hinter einer Holzbank wurde während der Sanierung ein ganz ursprünglicher Putz aus den Anfängen der Steinsdorfer Kirche entdeckt. Noch ist der erhalten gebliebene Mittelalter-Putz hinter einem großen Leinentuch versteckt.
Und dann gibt es da noch ein Projekt, das dringend angegangen werden muss: die Orgel. "Denn in der Orgel steckt der Wurm drin", meint Beatrice Rummel schmunzelnd. Die Pfarrerin ist jedoch zuversichtlich, dass die Steinsdorfer auch dieses Projekt gestemmt kriegen. Und irgendwann sieht das Gotteshaus dann nicht mehr nur wunderschön aus, sondern es erklingt auch so.
Stichwort
Die Steinsdorfer Kirche gilt als eine der schönsten des Vogtlandes. Sie ist vermutlich um 1400 entstanden. Es handelt sich um ein barockes Gotteshaus mit einem quadratischen Westturm und einem geschweiften Schieferdach. Die Orgel auf der Empore gegenüber dem Altar wurde 1844 von Karl Wolf gebaut. Sie ist das einzige im Original erhaltene Werk des Plaueners. Der spätgotische Flügelaltar wurde indes im Jahr 1497 vom Zwickauer Holzschnitzer Peter Breuer geschaffen.


