Wer seinen Hund frei herumlaufen lässt und dabei erwischt wird, muss tief ins Portemonnaie greifen.
Foto: Ellen Liebner
"Doggitessen" schnüffeln den Hundehaltern hinterher
Im Kampf gegen Tretminen setzt der Ordnungsamtschef eine spezielle "Hundestaffel" ein
Plauen. Plauen. Keine Leine dran: zehn Euro. Kein Kot-Tütchen dabei: nochmal zehn Euro: Um säumige Hundehalter in Plauen zu erziehen, greift das städtische Ordnungsamt jetzt verstärkt durch. Während jene, die erwischt wurden, vor Jahren oft mit mündlichen Verwarnungen durchkamen, gibt es bloße Worte heute nur noch selten. Ziel ist es vor allem, das Hundehaufen-Problem in den Griff zu bekommen.
Ordnungsamtschef Wolfgang Helbig schickt Hunde-Politessen durch die Stadt. Die beiden Vollzugsdienst-Mitarbeiter verteilen wie ihre Kollegen ebenfalls Knöllchen. Allerdings schnüffeln sie Hundehaltern anstatt Falschparkern hinterher. Um die Spur der Täter zu wittern, haben sie zahlreiche Helfer überall in Plauen. "Viele Leute rufen uns an und schreiben E-Mails, wenn es irgendwo Probleme gibt", erklärt Helbig. Seine Hunde-Streife fährt hin und legt sich auf die Lauer. Um nicht erkannt zu werden, tragen die beiden - Mann und Frau - normale Kleidung und fahren ein Zivil-Auto ohne Ordnungsamtsaufkleber.
Die "Doggitessen" kommen nicht bei allen Plauenern gut an. Manche Herrchen und Frauchen fühlen sich von ihnen in die Enge getrieben. "Ist das neue Abzocke?" fragt eine Plauenerin in einem Leserbrief, in dem sie die "Freie Presse" auf die Methoden der Ordnungsbehörde aufmerksam macht. Sie schildert mehrere Fälle. So habe ein Mann seinen kleinen Mischling in der Fußgängerzone frei laufen lassen und sei sofort von den Hunde-Politessen zur Kasse gebeten worden. Weil er kein Bargeld dabei hatte, musste er noch fünf Euro mehr zahlen - Bearbeitungsgebühr. In einem anderen Fall sei eine Frau mit ihren beiden Hunden aus ihrem Haus gekommen und ebenfalls sofort abgezockt worden. Die Mitarbeiter saßen offenbar schon vor dem Haus im Auto.
Zwischen den Plauenern haben sich zwei Fronten gebildet: Die einen freuen sich und geben der Hunde-Streife Tipps, wo es stinkt. Andere fühlen sich diskriminiert und zu Unrecht abgezockt, weil sie einen Hund besitzen.
Für Helbig, selbst Herrchen, ist die Sache klar: "Wir setzen die Polizeiverordnung durch, das ist unsere Arbeit!" In dem Papier stehen die Spielregeln für Hunde in Plauen drin. Bis auf wenige Orte gilt demnach Leinenzwang. Außerdem ist es beim Gassigehen Pflicht, eine Tüte für den Hundekot dabeizuhaben.
In Plauen sind rund 2500 Hunde registriert. Seit diesem Jahr hat die Stadt die Steuern erhöht, die Herrchen und Frauchen für ihre Tiere zahlen müssen. Ein Hund kostet im Jahr 72 Euro und damit zwölf Euro mehr als bisher. Ein zweiter Hund schlägt mit 108 Euro zu Buche.


22:41 Uhr
LocalHero: Ich glaube es pinkeln mehr Menschen ans Rathaus als Hunde...
15:35 Uhr
gelöschter Nutzer: Ich finde, hier wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Die Stadt Plauen nimmt laut diesem Artikel mehr als 180.000 Euro Hundesteuer ein. Jedoch ist mir nicht klar, was sie damit tut. Zur Erziehung gehören eben auch Alternativen, wie Kottütenspender und markierte Hundefreilaufflächen, die auch den Namen verdienen.
11:34 Uhr
gelöschter Nutzer: Es wurde auch mal Zeit. Die Zustände in Plauen sind nicht akzeptabel. Es müsste mehr Personal zur Kontrolle eingesetzt werden.