Sie sind jung, gut ausgebildet, viele haben die Welt gesehen - und jetzt eine bewusste Entscheidung für Plauen getroffen. Im Wilke-Haus arbeiten 20 kreative Köpfe in einer Bürogemeinschaft miteinander und zusammen. Viele sind im Bereich von Medien und Marketing tätig.
Foto: Ellen Liebner
Ein Prost auf Plauens Zukunft: Kreative weihen Wilke-Haus ein
Im Wilke-Haus an der Bahnhofstraße wurde Eröffnung gefeiert
Plauen Da waren die alten Hasen aus Verwaltung und Politik der Region schwer beeindruckt: Als sie zur Einweihungsparty mit den 20 jungen Kreativen im Wilke-Haus das Glas erhoben, da ging es für alle um mehr als die Wiederbelebung eines traditionsreichen Hauses. Oder um den Start in eine berufliche Zukunft an einem neuen Ort. Es ging auch um die Zukunft Plauens, wie Werbetexterin Ina Klose-Hegewald in ihrer kurzen Ansprache deutlich machte. "Viele hier haben eine Entscheidung getroffen. Nicht für Berlin, London oder Madrid, sondern für Plauen", sagte sie. "Wie soll sich hier weiterhin urbanes Leben entwickeln, wenn es niemand treibt? Wir wollen einen Beitrag dazu leisten."
Solche Worte sind Musik in den Ohren des Oberbürgermeisters. "Ein tolles Bekenntnis zum Standort Plauen. Da kann ich nur viel Erfolg wünschen", sagte Ralf Oberdorfer (FDP). Vize-Landrätin Anneliese Ring (CDU) war ebenfalls begeistert. "So viele junge Leute auf einen Haufen, herrlich", schwärmte sie - und schaute schon mal aus dem Fenster des Büros von Saruul Fischer, ob denn ein Blickkontakt zu ihrem künftigen Amtssitz im ehemaligen Horten-Kaufhaus besteht (was nicht der Fall ist). Kein Zweifel: Hier war Aufbruchstimmung zu spüren. Die Bahnhofstraße lebt - und das neue Landratsamt wird bald seinen Teil dazu beitragen. "Wir werden ausschwärmen in die Boutiquen", sah Anneliese Ring schon mal einen weiteren positiven Nebeneffekt ihres neuen Dienstsitzes.
Ein Duo im Wilke-Haus hatte gleich doppelten Grund zum Feiern. Theresia Schumann und ihr Geschäftspartner Ralf Baumann starteten die Testphase ihrer Online-Tauschbörse für Kinderbekleidung Knirpsenbox.de. Die Idee: Gut erhaltene Kindersachen können auf der Plattform eingestellt werden. Nicht einzeln, sondern als Box mit acht bis 15 Teilen. Der Clou: Die Box kostet nichts. Der Besteller muss allerdings für Nachschub sorgen und wieder eine Box bereitstellen. Um die Abwicklung kümmert sich das Duo. Das erhebt dafür eine Servicegebühr - die Existenzgrundlage für die Unternehmensgründer. Seit April tüfteln sie an ihrem Konzept. Die nächsten Wochen werden 30 Tester aus dem Freundeskreis das System auf Herz und Nieren prüfen. Neugierige können jedoch schon jetzt einen Blick auf die Seite werfen.


