Fraser Sanderson: gebürtiger Kanadier mit englischem Pass, der zurzeit in China als Englischlehrer arbeitet. In Plauen hat jetzt er sein Traumhaus gefunden.
Foto: Ellen Liebner
Ein Weltbürger findet in Plauen sein Traumhaus
Fraser Sanderson will Villa in Plauen neues Leben einhauchen
Plauen. Geboren in Kanada, aufgewachsen in England, studiert in Australien, mit einer chinesischen Frau verheiratet und im Besitz eines deutschen Führerscheins: Wenn jemand die Bezeichnung Weltbürger verdient, dann ist es Fraser Sanderson. In zehn Ländern hat er bereits gelebt. Als Englischlehrer verdient er sein Geld, zurzeit in China, wo auch seine Frau lebt. Jetzt hat der 65-Jährige auch einen Wohnsitz in Plauen. Voriges Jahr verliebte er sich in eine leerstehende Villa. Jetzt will er das Gebäude im Plauener Südwesten restaurieren. Noch ist vieles Provisorium, nicht alle Kisten sind ausgepackt. Doch die Handwerker stehen schon in den Startlöchern.
Warum ausgerechnet Plauen? Ein bisschen Zufall war schon im Spiel, erzählt er. Bislang besaß er ein Bauernhaus in Südfrankreich. Doch in dem 500-Seelen-Dorf in der Provence blieb er ein Fremder. Er schaute sich deshalb in Deutschland nach einer Alternative um - und landete vorigen Winter in Greiz. "Die Stadt hat mir gut gefallen", erzählt er. Das Haus, das ihn interessierte, war ihm jedoch eine Nummer zu groß. "Zu teuer, zu viel Arbeit", sagt Sanderson. So schaute er sich die Umgebung an. Sein Urteil: "Das Vogtland is really nice." Echt schön, dieses Vogtland. Im Internet fand er weitere Häuser in Auerbach und Plauen. Er staunte: "Diese vielen prächtigen Gebäude!" Bei einer Villa in Plauen, Baujahr 1898, passte schließlich alles. Er kaufte. Seit Herbst werkelt er an dem leicht baufälligen Gebäude. Für zwei Monate ist er momentan in der Stadt, danach folgen wieder vier Monate Arbeit als Englisch-Lehrer an einer chinesischen Universität. "Ohne Arbeit kann ich nicht leben", sagt Fraser Sanderson.
Die Restaurierung der Villa - es ist für ihn ein kleines Abenteuer. Das spürt man schnell. Deshalb hat er den Kontakt zu Experten gesucht. Sieglinde Härtel, Leiterin der Unteren Denkmalschutzbehörde, ist mit im Boot. Sie vermittelte den Kontakt zu Restauratorin Sonnhild Müller, die dem Bauherren diese Woche am Beispiel einer Villa an der Rädelstraße zeigte, welches Schmuckstück aus einem baufälligen Gebäude werden kann. Wie dieses verfügt Sandersons Villa ebenfalls über eine von den Jahren gezeichnete Holz-Veranda. Sanderson hatte für diesen Wintergarten schon eine Glitzer-Tapete im Blick. Die Fachfrauen machten große Augen, schüttelten den Kof und deuteten auf die verwitterte Bemalung. Kein Problem für Fraser Sanderson. Dann eben anders. Er ist nicht nur Lehrer. Wenn's sein muss, kann er auch ein guter Schüler sein.


