"Es stinkt, wenn wir die Grube öffnen"
Envia M saniert ab August ehemaliges Gaswerk - Wenige Anlieger informieren sich - Gifte im Erdreich
Plauen. Nur eine Hand voll Anwohner des ehemaligen Gaswerkes an der Hammerstraße in Plauen hat sich am Mittwochabend über die ab August anstehende Sanierung informiert. Eingeladen hatte Envia M. Der Energieversorger ist als Eigentümer für die Maßnahme verantwortlich. Die Bürger interessierten sich vor allem für die Verkehrs- und Parksituation während der Arbeiten sowie die Gifte, die auf dem Grundstück im Boden schlummern.
"Wir sind hier, weil wir wissen wollten, was da auf uns zukommt", sagte Hannelore Heine und meinte unter anderem die Kipplaster, die den vergifteten Erdaushub von den Baugruben zur Deponie schaffen sollen. Die Laster rollen über die Hammerstraße auf direktem Weg aus der Stadt hinaus, antwortete Inka Schäfer, bei Envia M verantwortlich fürs Gebäudemanagement.
Insgesamt sollen drei Baugruben ausgehoben werden. Das Gros der belasteten Flächen liegt auf dem Gelände der Wärmeversorgung Plauen GmbH - eines Tochterunternehmens der Envia M. 7500 Kubikmeter kontaminierte Erde werden gegen unbelastetes Material ausgetauscht. "Es stinkt, wenn wir die Grube öffnen", sagte Schäfer. Zwar zeigten Berechnungen, dass sich die Geruchsbelästigung vermutlich auf einen Umkreis von 150 Metern beschränke, bei wechselhaften Winden könne es aber auch darüber hinaus nach faulen Eiern stinken. Um die Belastungen im direkten Umfeld zu minimieren, sollen die Baugruben nach und nach geöffnet werden, teilte Barbara Schröder, Leiterin Immobilien-Management beim Energieversorger, mit.
Dort, wo das nicht geht, also etwa Gebäude auf dem belasteten Boden stehen, kommt ein chemisches Verfahren zum Einsatz. Dabei werden die Giftstoffe sozusagen herausgewaschen und abgepumpt. Das ist vor allem rund um den Schornstein auf dem Gelände der Fall.
Im Zuge der Sanierung wird das Grundwasser beobachtet. Bis 2013 wird überwacht, ob die Grenzwerte eingehalten werden. Die Aufsicht hat die Untere Wasserbehörde im Landratsamt. In welche Richtung denn das Grundwasser fließe und ob es belastet sei, wollten Anwohner wissen. "Von der Hammerstraße in Richtung Weiße Elster", so Schäfer. Deshalb wurden an der Grundstücksgrenze mehrere Brunnen gebohrt, die das Wasser auffangen, bevor es den Fluss erreicht.
Service
Wer sich von der Sanierung belästigt fühlt oder Infos möchte, kann sich unter Ruf 0345 216-2993 bei Envia M melden.

