Kirchenfiguren Die Ortschronisten Steffen Fischer und Ingrid Müller sowie Bürgermeister Friedhard Kaul, Referatsleiterin Christine Kelm und Pfarrer Sebastian Zehme (von links) mit den drei Figuren.

Foto: Privat

Figurenfund lockt nach Dresden

Fahrt zum Landesamt für Denkmalpflege wird für vier Pöhler zur Reise in die Vergangenheit - Interesse galt verschollenen Kirchenfiguren

Jocketa. Jocketa. Die Ortschronisten Steffen Fischer und Ingrid Müller sowie Pöhls Bürgermeister Friedhard Kaul (parteilos) und Pfarrer Sebastian Zehme trafen am Mittwoch in der Landeshauptstadt auf jene Schnitzereien, die vor 50 Jahren beim Brand der alten Pöhler Kirche schwer beschädigt wurden und erst im Sommer wieder auftauchten. Die erste Freude wich aber gleich einer Ernüchterung. "Die Teile zu restaurieren wird unmöglich sein, das hat uns die zuständige Referatsleiterin Christine Kelm ganz klar gesagt", so Chronist Fischer. Zu schwer wiegen die Schäden, die das Feuer damals im Frühjahr 1961 anrichtete. So fehle etwa der komplette Anstrich. Dort Hand anzulegen, käme einer Neuschaffung gleich. Und die sei auch mit hohen Kosten verbunden, gibt Fischer zu bedenken.

Nichts bezahlen brauchen die Pöhler hingegen, wenn Spezialisten der Denkmalbehörde die vier Stücke, vier biblische Figuren und ein Wandkreuz, jetzt erst einmal gründlich vom Ruß befreien und das Material konservieren. "Das hilft uns schon viel", sagt Fischer. Denn sollte später einmal Geld da sein, könne sich ja immer noch ein Restaurator der Sache annehmen. Dann dürften die Schnitzereien längst in Vogtland sein. "Die Dresdener sind einverstanden, dass wir sie alle zurückbekommen", freut sich Fischer. Er hat bereits Pläne, die Stücke öffentlich zu zeigen. Entweder in der Jocketaer Kirche oder in einer noch zu schaffenden Heimatstube. Fischer hofft, die erste Figur schon zu Ostern wieder im Ort zu haben.

Das ist auch ganz im Interesse von Pfarrer Zehme. Schließlich handelt es sich bei den Figuren um "gestalteten Glauben und ein Stück Geschichte unserer Kirche", betont er.

Dass es überhaupt soweit kam, ist nicht zuletzt zwei Frauen zu verdanken. Fischers Chronistenkollegin Ingrid Müller entdeckte auf alten Fotos, die er zuvor ins Internet gestellt hatte, die verschollenen Figuren, forschte nach und fand eine heiße Spur nach Dresden. Dort half Referatsleiterin Kelm weiter. Keine leichte Aufgabe übrigens. Denn die Stücke wurden von früheren Archivaren verwechselt und einem Kirchenbrand in Hirschfeld bei Zwickau zugeordnet, der zeitgleich stattfand.

"Bei Frau Kelm haben wir uns am Mittwoch auch ganz persönlich für ihre Unterstützung bedankt", sagt Fischer. Der stieß in Dresden zudem auf bislang unbekannte Fotos vom Kirchenbrand. Offenbar noch im Frühjahr 1961 dokumentierten Denkmalschützer die Zerstörungen am Gotteshauses mit der Kamera und legten die Bilder im Dresdener Archiv ab. Fischer hat davon Kopien gemacht und will auch diese bald im Internet veröffentlichen.

 
erschienen am 02.12.2010 ( Von Thomas Stranz )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
0
(Anmeldung erforderlich)

 
 
 
Artikel weiter empfehlen
per E-Mail per Bookmark
 
Facebook Teilen   Twittern  
 
Wetteraussichten für Plauen
Do

34 °C
Fr

24 °C
Sa

22 °C
So

19 °C
Mo

20 °C
präsentiert von
Ärztliche Notdienste

Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiter lesen
 
 
Freie Presse vor Ort

08523 Plauen
Postplatz 7
Telefon: 03741 408-0


Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. 9.00 - 18.00 Uhr, Sa. 9.00 - 12.00 Uhr

weiter lesen
 
Freien Presse Immobilien

Immobilienangebote für Plauen und Umgebung

Finden Sie Ihre Wohnung in der Region Plauen

Immobilienportal

► Mietangebote

► Kaufangebote

 
Unsere Partner
aok
chursächsische