Alles Handarbeit: Jürgen Leibelt (l.) vom Framo-Team erklärte Roswitha und Bernd Roth, wie es in den Framo-Werkstätten zugeht. 
Alles Handarbeit: Jürgen Leibelt (l.) vom Framo-Team erklärte Roswitha und Bernd Roth, wie es in den Framo-Werkstätten zugeht.

Foto: Thomas Voigt

Framo-Freunde zeigen ihre Raritäten

Der Kult um die Oldtimer in Kauschwitz kennt keine Grenzen

Plauen . Roswitha Roth staunte: Erstmals blickte die Plauenerin mit ihrem Mann Bernd hinter die Kulissen der Kauschwitzer Framo-Werke. "Ich wusste nicht, dass es so etwas noch gibt." Jürgen Leibelt erklärte den Besuchern, wie es in den Hallen der Framoianer zugeht. Der 56-Jährige gehört seit wenigen Monaten zum Werks-Team. Framo ist eine frühere Automobilmarke, unter der in den 1930er Jahren Nutzfahrzeuge und kleine Pkw hergestellt wurden.

"Hier ist noch alles Handarbeit." Der gelernte Klempner, Heizungs-Monteur und Installateur fühlt sich in der nostalgisch anmutenden Oldtimer-Welt gut aufgehoben. Die Arbeit mit den Kult-Autos macht ihm riesigen Spaß. "Jeden Tag wartet eine neue Herausforderung." Acht Mitarbeiter entrosten, zerteilen, schrauben und biegen, was das Zeug hält.

Dank Internet sind die Kauschwitzer Autoschrauber international bekannt. Während Unternehmens-Chef Jens Scheunert Ersatzteile verkaufte, rollten im Gelände am Rittergut immer mehr Framo-Liebhaber an. Jens Markert kam aus der Lüneburger Heide. Auf dem Anhänger war ein vom Rost zerfressener Framo V 500 verzurrt. "Baujahr 1939." Dieser Fahrzeugtyp ist eine Rarität in Deutschland, so der Oldtimerfan.

Auf den Gastgeber war der Framo-Liebhaber im Internet gestoßen. Seitdem reißen die Kontakte zu den vogtländischen Framo-Spezialisten nicht ab. Der Motor des schrottreifen Vehikels ist bereits wieder instand gesetzt. In zwei Jahren soll das Auto aufgebaut sein.

Jens Scheunert runzelte die Stirn. Selbst für den Framo-Guru wird diese Nuss schwer zu knacken sein. "Von diesem Fahrzeug gibt es wenige Unterlagen. Ich muss erstmal Forschungen anstellen." So oder so ähnlich beginnen viele Projekte in der Kauschwitzer Framo-Schmiede.

Dietrich Laaß hat sich seinen Framo-Traum schon erfüllt. Der Mindener ließ sich von 500 Kilometer Anreise nicht abschrecken. Nur ein Holländer war noch länger unterwegs. Schon zur Vorjahrespremiere parkte der Rentner aus Nordrhein-Westfalen seinen grün lackierten Oldtimer zur Präsentation ab.

Auch der Spaß kam nicht zu kurz. Am Sonntag gab's eine Rundfahrt. Am Abend zuvor lief der Grill auf Hochtouren. Gezeigt wurde zudem ein weitgehend unbekannter Film aus privater Hand über Testfahrten von IFA-Fahrzeugen in Afrika.

 
erschienen am 17.06.2012 ( Von Thomas Voigt )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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