Der Fußweg an der Dittesstraße - zwischen Freiheits- und Wildstraße - soll saniert werden.
Foto: Ellen Liebner
Fußwege in Plauen brauchen Sanierung
Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer plädiert für Gehwegprogramm
Plauen. Jetzt steht fest, an welchen Stellen in Plauen in diesem Jahr Gehwege saniert werden sollen. Die vom Plauener Fachbereich Tiefbau im Bauausschuss vorgestellten Baumaßnahmen umfassen zusammengenommen Bürgersteige von insgesamt zirka 1,3 Kilometern Länge. Zum Vergleich: Das städtische Straßennetz ist 340 Kilometer lang. Die geschätzten Kosten für die vorgesehenen Arbeiten liegen bei etwa 200.000 Euro. Zehn Fußwege sind ausgesucht worden. Ob alle auf der Liste stehenden Projekte in diesem Jahr wirklich an der Reihe sind, ist aber noch unklar, hieß es aus der Stadtverwaltung. Sollten nach dem Ende des Winters größere Schäden an anderen Trassen auftauchen, würden diese möglicherweise bevorzugt.
Mit der Rilkestraße profitieren die Bewohner der Fliegersiedlung in Althaselbrunn, mit der Hegelstraße die Südvorstädter. Auch die Ostvorstadt, das Westend und die Innenstadt sind berücksichtigt. Auf der Anton-, der Wald- und der Jößnitzer Straße ist rotes Betonpflaster als Belag vorgesehen. Gottschaldstraße, Gabelsberger Straße, Hegel- und Rilkestraße bekommen Asphalt, die Schinkelstraße graues Betonpflaster. Für die restlichen Trassen wurden keine Angaben gemacht. Bei der Schätzung der Kosten ist man von 55 Euro pro Quadratmeter ausgegangen.
Dass immer nur wenige Gehsteige in Ordnung gebracht werden können, obwohl viele in einem schlechten Zustand sind, begründete die Stadtverwaltung in den Vorjahren mit fehlendem Fördergeld. Dieses gibt es nur, wenn Wege zusammen mit den Straßen saniert werden. Die Stadt muss also für eine separate Fußwegsanierung eigene Mittel einsetzen. Doch die sind rar.
"Gelder, die wir für die Sanierung unserer Fußwege im städtischen Haushalt geplant haben, berücksichtigen die Leistungsfähigkeit und Möglichkeit unseres Haushalts - in Abwägung aller in kommunaler Zuständigkeit zu lösenden freiwilligen und Pflichtaufgaben", sagt Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) auf Anfrage zum Thema. "Es wäre aus unserer Sicht hilfreich und nötig, ein Förderprogramm nur für den Gehwegebau zu haben." Druck auf den Freistaat auszuüben, führe aber nicht zum Ziel. "Bei den einschlägigen Beratungen, die das Sächsische Staatsministerium des Inneren zu Förderprogrammen durchführt, haben wir stets auf diese Problematik hingewiesen", teilt das Stadtoberhaupt mit.
Der Plauener CDU-Landtagsabgeordnete Frank Heidan hatte im vergangenen Jahr erklärt, er halte nichts von einem Gehweg-Förderprogramm des Freistaates. Es habe keinen Sinn, "nur den Fußweg zu sanieren, wenn die Straße daneben auch kaputt ist und ein paar Jahre später dann gemacht werden muss", sagte er damals. Er halte daher die Fördermittelpolitik des Freistaates für richtig. Im vergangenen Jahr hatte eine Frau aus der Ostvorstadt nachgefragt, wann die Waldstraße dran ist. Ein kleines Stück davon steht jetzt auf der Liste. Anderenorts muss weiter gewartet werden: bis der Gehsteig im städtischen Sanierungsprogramm auftaucht oder aber die Straße dort so kaputt ist, dass sie gemacht werden muss.


