Andreas Heinz (CDU): "Ich verkaufe nur, wenn ich Dung der Anlage nutzen darf."Foto: Archiv
Geflügel-Projekt stößt auf Widerstand
Fröbersgrüner eilen zuhauf zur Ratssitzung - Es geht um 38.000 Tiere - Fläche gehört Landtagsabgeordnetem Heinz
Syrau. Gegen den geplanten Bau einer großen Geflügelhaltung im Syrauer Ortsteil Fröbersgrün regt sich Widerstand. Nachdem "Freie Presse" am Samstag über das Vorhaben der Aviagen GmbH berichtet hatte, eine so genannte Großelterntierhaltung mit 38.000 Hähnen und Hennen zu errichten, kamen am Dienstagabend gut zwei Dutzend Fröbersgrüner zur Ratssitzung nach Syrau. Geruchsbelästigung und hohe Verkehrsbelastung wurden unter anderem befürchtet, bei im Gegenzug gerade einmal drei bis vier entstehenden Arbeitsplätzen.
Gemeinderat Gerd Wunderlich (Freie Wähler) sah überdies Nachteile für regionale Landwirtschaftsbetriebe, weil durch das Projekt Nutzfläche verloren gehe. Geflügelzüchter sorgen sich, dass beim Ausbruch einer Seuche in der Anlage auch ihr Bestand gefährdet sein könnte. Hingegen mahnte Falk Zeh (Freie Wähler), nicht alles gleich zu zerreden, sondern sich in aller Ruhe mit der Problematik zu beschäftigen. "Ich habe jedenfalls nichts gegen neue Arbeitsplätze, selbst wenn es nur vier sind."
Ziel einer Großelterntierhaltung ist, befruchtungsfähige Eier zu erzeugen. Die Planungen sehen vor, am Abzweig Schönbach drei miteinander verbundene Hallen samt Sozialgebäude zu errichten. Die Zufahrt soll über die Schönbacher Straße aus Richtung B 92 erfolgen. Laut Bürgermeister Achim Schulz (FDP) sei mit bis zu drei Lkw pro Woche zu rechnen.
Als Verkäufer der benötigten Fläche ist der vogtländische Landtagsabgeordnete Andreas Heinz (CDU) aus dem benachbarten Pöhl im Gespräch. Vermutungen wurden laut, Heinz wolle sich damit eine goldenen Nase verdienen. Der Politiker betreibt nebenher Landwirtschaft und bestätigte Mittwoch auf Nachfrage das Interesse von Aviagen an rund 1,5 Hektar seines Grund und Bodens. Bei anderen Eigentümern sei ebenfalls angefragt worden. Offenbar wolle aber niemand verkaufen, so Heinz. "Und ich tue das auch nur dann, wenn ich den in der Anlage entstehenden Dung auf meinen Flächen ausbringen kann." Da Heinz eigenen Angaben zufolge hauptsächlich auf ökologische Landwirtschaft setzt, sei das aber noch nicht endgültig geklärt. Ein Gewinn sei für ihn aus dem Verkauf ohnehin nicht zu erwarten, da besagte Fläche einst von der Treuhand erworben wurde und der Überschuss bei einem Weiterverkauf an die Treuhand abgeführt werden müsse, so Heinz.
Bürgermeister Schulz will Aviagen jetzt zu einer öffentlichen Vorstellung des Projekts einladen. Die soll im Bürgerhaus Fröbersgrün stattfinden.


