Die Talsperre Pöhl Die Talsperre Pöhl

Foto: Helmut Schneider

Geplantes Wassersportparadies an der Talsperre Pöhl gerät ins Strudeln

Das Projekt scheint in weite Ferne gerückt

Pöhl/Plauen. Pöhl/Plauen. Eigentlich hätte der Talsperrenzweckverband nach Ostern erleichtert verkünden wollen, dass die seit dem Spätsommer vergangenen Jahres offene Pächter-Frage um die "Pöhl-Oase" in trockenen Tüchern ist. Doch daraus wird wieder nichts. Wann die Ufergaststätte mit Stauseeblick wieder öffnet, bleibt vorerst also offen.

"Wir konnten dem vom Zweckverband vorgelegten Vertrag bisher einfach nicht zustimmen", sagt Kerstin Schicker, die gemeinsam mit Karl-Heinz Wolf in dem früheren Naturfreibad ein Wassersportzentrum samt Gaststätte aufbauen möchte. Beide wollten schon längst bei der Arbeit sein. Es gebe jedoch Klauseln, die unannehmbar sind. Darunter die, dass sich in dem Lokal keine Lehrgangsteilnehmer aufhalten dürften. Denn Segellehrer Wolf möchte in dem Komplex des früheren Naturfreibades natürlich auch Kurse abhalten. "Wir können aber doch niemandem verbieten, sich mit einem Buch in die Gaststube zu setzen", sagt Schicker.

"Das ist doch alles Quatsch", entgegnete am Donnerstag Zweckverbandsvorsitzender Friedhard Kaul (parteilos), zugleich Bürgermeister der Gemeinde Pöhl. Gegen ein Buch in der Hand habe keiner etwas einzuwenden. Allerdings müsse man als Verpächter darauf achten, dass ein durchgehender Gaststättenbetrieb gewährleistet bleibt. "Schon im Interesse der Urlauber. Nicht, dass dann dort öfters mal das Schild geschlossene Gesellschaft draußen hängt, weil drinnen gerade Schulungen stattfinden", beschreibt Kaul, was er mit seinen Vertragsbedingungen vermeiden will.

Ohnehin glaubt der Verbandsvorsitzende nicht mehr daran, mit Schicker und Wolf, die weiter verhandeln wollen, noch auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. "Ich denke, es ist an der Zeit, das Objekt generell neu auszuschreiben." Bei der nächsten Verbandssitzung im Mai werde das auf der Tagesordnung stehen.

Dass die Gaststätte in diesem Sommer überhaupt nicht öffnet, schließt Kaul allerdings aus. "Wir haben uns da vorsichtshalber schon etwas überlegt." Details nannte er nicht. Nur so viel: "Es wird mehr sein, als nur eine Rosterbude auf der Terrasse."

Und das hat die Pöhl auch dringend nötig, denn das Naherholungsgebiet besitzt längst ein Attraktivitätsproblem, was durch Dauerbaustellen auf wichtigen Zufahrtswegen wie zwischen Plauen und Möschwitz und in Jocketa heuer noch verschärft wird. Deshalb fällt das alljährliche Strand- und Laternenfest in diesem Sommer wohl ins Wasser. Ohnehin wird schon länger diskutiert, die Traditionsveranstaltung nur noch alle zwei Jahre stattfinden zu lassen, wie Kaul bestätigt.

Die Säge klemmt auch beim geplanten Neubau des Bootsanlegers für Fahrgastschiffe. Es fehlt am Geld. Und ganz dick kommt es, wenn vermutlich im nächsten Jahr die Sperrmauer wegen Bauarbeiten an der maroden Straßenbrücke selbst für Fußgänger gesperrt bleiben muss.

 
erschienen am 28.04.2011 ( Von Thomas Stranz )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
1
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  • 01.05.2011
    11:09 Uhr

    crashy9708: Man, habe ich einen Schreck bekommen.

    Zuerst dachte ich, dass das Wasser aus der Talsperre gänzlich abgelassen wird oder alle Uferbereiche privatisiert werden.
    Dabei geht es doch "nur" um die "Pöhl-Oase".

    Wenn ich mich an meine Jugendzeit vor über 40 Jahren erinnere, da gab es zwar auch eine Gaststätte mit billigen Preisen und ständigen Schlangen vor dem Lokal, aber wenigstens konnten wir - bewaffnet mit einem Essenspaket von Mutti - überall schön am Wasser liegen und in Ruhe von besseren Zeiten träumen.

    Wir verbrachten hier so manche schöne Stunden und schauten all jenen zu, die trotz Mangelwirtschaft, immerhin einen Segler ihr Eigen nennen konnten.

    Wir waren damals nicht darauf neidisch, weil unsere Eltern weder das Westgeld dafür hatten und auch nicht zu den "privilegierten" Intelligenzlern, Partei-Genossen oder Handwerkern gehörten, die sich so etwas leisten konnten.

    Wir haben damals unser Leben gelebt - frei und unbeschwert und wenn wir Lust auf eine Kahn-Partie hatten, dann ging es mit dem Schiff übers Wasser.

    Heute kehre ich auch gerne nach Pöhl zurück und freue mich immer noch über die Schönheit der Landschaft und in mir kommt auch kein Neid auf, dass ich immer noch "nur" mit dem Schiff über das Wasser schippere...

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