Schon vor etwas mehr als einem Jahr ahnten die Manroland-Mitarbeiter in Plauen das Schicksal der ehemaligen Plamag. Die damals verkündete Umstrukturierung begriffen sie als Anfang vom Ende.
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Größtem Industriebetrieb des Vogtlandes droht das Aus
Beantragt der Druckmaschinenhersteller Manroland Insolvenz, ist auch sein Standort in Plauen in Gefahr
Plauen. Die vor etwas mehr als einem Jahr vom Druckmaschinenkonzern Manroland beschlossene Umstrukturierung des Standortes in Plauen begriffen viele Beschäftigte der ehemaligen Plamag als Anfang vom Ende. Was keiner ahnte: Dass es so rasend schnell nahen könnte. Trotz vereinbarter Lohneinschnitte, Stellenabbau und noch laufender Umstrukturierung steht offenbar der gesamte Konzern vor dem Aus.
Die Folgen im Vogtland könnten verheerend sein: Es würde nicht nur ein innovatives und international tätiges Unternehmen sowie gut ausgebildete Fachkräfte verlieren. Die Plamag gehört zu den fünf größten Arbeitgebern im Vogtland und ist mit mehr als 700 Beschäftigten das größte Industrieunternehmen der Region. In Zulieferbetrieben hängen in etwa eben so viele Arbeitsplätze vom Schicksal der Plamag ab.
Die Talfahrt der Plamag reiht sich ein in mehrere Hiobsbotschaften, die das Vogtland als Wirtschaftsstandort in jüngster Zeit zu verkraften hatte - von der Verlagerung von Produktionsteilen bei Philips und Neoplan in Plauen bis Schließung des Enka-Kunstseidenwerks Elsterberg. Stefan Kademann von der IG Metall wollte sich am Donnerstag auf Anfrage noch nicht zur neuesten Entwicklung äußern und die Informationen des Vorstandes heute abwarten. Mitglieder des Betriebsrates waren am Nachmittag, als die Nachricht von der drohenden Insolvenz durchsickerte, nicht mehr zu erreichen. Am Abend sollte sich in einer außerordentlichen Sitzung des Manroland-Aufsichtsrates das Schicksal des Konzerns entscheiden.


