Hilfs-Sheriffs auch nächstes Jahr in der City

OB Oberdorfer hält an Security-Einsatz fest - 7000 Euro Kosten im Jahr für mehr Sicherheit und Ordnung - Kritik aus den Reihen des Stadtrats

Plauen. Plauen. Trotz Kritik am Dpnnerstag aus den Reihen des Stadtrats: Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) will auch im nächsten Jahr Hilfs-Sheriffs durch die City schicken, die für Ordnung sorgen sollen. "Der Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstes hat sich bewährt. Die 7000 Euro dafür im Jahr sind gut angelegt", sagte der OB im Gespräch mit "Freie Presse" am Rande der Stadtratssitzung.

Trinkgelage in der City, Belästigungen von Passanten, Punks auf Bänken und in Parks, Hinterlassenschaften der achtlosen Feiergemeinde: Davon hatte Oberdorfer im Vorjahr die Nase voll und nahm im Alleingang einen Sicherheitstrupp unter Vertrag. In dem Papier ist festgeschrieben, dass die Security-Leute Brennpunkte in der Stadt kontrollieren, und zwar zur Unterstützung der Polizei- und Ordnungsbehörde. Als Brennpunkte führte Oberdorfer das Areal rund um das Einkaufszentrum "Kolonnaden" sowie Bereiche der Bahnhofstraße, die Straßenbahnhaltestelle am Tunnel sowie den Lutherpark und das Gelände vor dem Rathaus auf. "Dabei geht es nicht darum, Menschen vom Stadtleben auszuschließen, sondern um die öffentliche Ordnung und um ein sauberes Stadtbild. Wer sich an die Spielregeln hält, muss nichts befürchten", so das Stadtoberhaupt.

Die Hilfs-Sheriffs sollen in Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Ordnungsamt die Plauener Polizeiverordnung durchsetzen, die der Stadtrat am Donnerstag nach monatelangen Diskussionen beschlossen hat. Drohende Verwarn- und Bußgelder sowie Platzverweise sollen den City-Zechern und Freiluftpinklern den Spaß verderben. Eben das aber geht Constantin Eckner (FDP) zu weit: Die Sicherheitsleute gingen bisweilen aggressiv und wenig zimperlich vor, mitunter hätten sie sogar Hunde an ihrer Seite, sagte der Liberale. "Wir sollten jedoch um mehr Toleranz bemühen und versuchen, ohne die schwarzen Sheriffs auszukommen." Lars Legath von der Linkspartei sprach von einer verschärften Polizeiverordnung, mit deren Hilfe künftig vor allem Jugendliche aus der Innenstadt vertrieben werden könnten. Damit bezog er sich auf den Paragraphen acht des Papiers. Danach ist es verboten, mit Rollschuhen, Rollerskates, Skateboards, Fahrrädern oder mit anderen Spiel- oder Sportgeräten auf öffentlichen Straßen und Anlagen umherzufahren, wenn dadurch Personen gefährdet oder belästigt werden.

 
erschienen am 26.08.2010 ( Von Rainer Räch )
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