Vorfreude auf den schönsten Tag des Lebens: Nicole Klemm und Michael Wolf wollen sich am 22. September in der Syrauer Drachenhöhle das Ja-Wort geben.
Foto: Ellen Liebner
Höhlen-Hochzeit: Drache als Trauzeuge
Gibt Gemeinderat endgültig grünes Licht, findet 2012 in Drachenhöhle die erste standesamtliche Trauung statt
Syrau. Sie sind bereits voller Vorfreude: Nicole Klemm und Michael Wolf aus Syrau wollen sich am 22. September in Syraus Unterwelt das Ja-Wort geben - in der vor 84 Jahren entdeckten und seither zur Schaustätte ausgebauten Drachenhöhle.
"Das ist mir wirklich eine Herzensangelegenheit", sagt die 26-Jährige aus der Nähe von Zwickau, die schon vor einigen Jahren der Liebe wegen nach Syrau gekommen ist und gemeinsam mit ihrem künftigen Ehemann im Dorf ein Haus gekauft hat. In Syrau wollen beide nun alt werden. "Hier hat man alles, Geschäfte, medizinische Versorgung, Kindereinrichtungen. Und das in einer herrlichen Landschaft", sagt die junge Frau. Die Trauung in 16 Meter Tiefe und mit dem Drachen als Treuzeugen würde das Glück noch etwas größer machen und sei schließlich eine Besonderheit. Sicher, das Leubnitzer Schloss als Rosenbacher Haupt-Standesamt sei auch ganz schön, mit der Höhle aber wohl nicht zu vergleichen.
Nicole Klemm und Michael Wolf kamen am Dienstag als Gäste zur Syrauer Ortschaftsratssitzung, um ihr Anliegen zu untermauern. Der Ortschaftsrat hatte die seit Jahren diskutierte Höhlenhochzeit auf die Tagesordnung gesetzt und sich ohne große Debatte für deren Umsetzung ausgesprochen. Allerdings kann die Runde nicht abschließend entscheiden. Das ist Sache des Gemeinderates Rosenbach, der voraussichtlich im Februar darüber befinden wird.
Ohnehin ist das Projekt zunächst lediglich ein Testlauf, wie Bürgermeister Achim Schulz (FDP) betont. Wird das Angebot angenommen und ist der damit verbundene Aufwand vertretbar, soll es aber zur ständigen Einrichtung werden. "Deshalb bin ich ganz froh, dass beide erst im September heiraten wollen. Da haben wir noch genügend Zeit für die Vorbereitung", so Schulz.
Das Problem: Es muss nicht nur einiges an Mobiliar für das standesamtliche Procedere durch die teils engen Höhlengänge bugsiert werden. Vor und während der Zeremonie ist auch für etwa zwei Stunden kein Besucherverkehr möglich. Spontangäste könnte das verärgern. Deshalb sieht Höhlenchefin Heidrun Bauer noch Gesprächsbedarf, was den Wunschtermin der zwei Heiratswilligen betrifft: nämlich am späten Vormittag. Der 22. September ist ein Samstag.
Darüber nachgedacht wurde am Dienstag auch, ob sich das Syrauer Heiratsprojekt ebenfalls auf die Windmühle ausweiten lässt. Heidrun Bauer: "Warum denn nicht, aber eins nach dem anderen."


