Petra Zaumsegel, die junge Vogtländer im berufsvorbereitenden Jahr begleitet, berät Elaine Emminghaus bei der Jobsuche.
Foto: Ellen Liebner
Im Vogtland gibt's so viele freie Lehrstellen wie noch nie
Noch immer sind 500 Ausbildungsplätze nicht besetzt
Plauen. Elaine Emminghaus steht vor einem Dilemma: Die 18-Jährige hat unzählige Praktika vorzuweisen, schon 30 Bewerbungen geschrieben, ist bei der Jobwahl flexibel - dennoch steht die Plauenerin bislang ohne Ausbildungsplatz da. Es hapert an den Noten. Wie Elaine Emminghaus geht es vielen jungen Leuten im Vogtland. Rund 300 von ihnen haben derzeit noch keine Lehrstelle - dabei sind über 500 Ausbildungsplätze frei. So viele wie noch nie um diese Zeit.
Uwe Buchner kennt Elaines Dilemma. Der Ausbildungsberater der Plauener Agentur für Arbeit begleitet junge Vogtländer bei der Jobsuche. Er sagt: "Die Arbeitgeber aus der Region haben noch immer recht hohe Anforderungen, was die Noten angeht. Sie allein spiegeln einen Jugendlichen jedoch nicht wider. Ausbilden heißt, eine soziale Aufgabe zu übernehmen. Die Zeiten, in der gut ausgebildete Leute auf dem Arbeitsmarkt frei verfügbar sind, sind längst vorbei."
Um den noch unversorgten jungen Leuten eine Lehrstelle zu beschaffen, hat die Arbeitsagentur am Mittwoch einen Bewerbertag auf die Beine gestellt - mit mäßigem Erfolg. Von über 300 eingeladenen Jugendlichen kam nur ein knappes Drittel. "Ich habe mehr Zulauf erwartet, in den Vorjahren waren mehr Besucher da", schätzte Uwe Buchner ein. Der Ausbildungsberater hat festgestellt, dass die günstige Stellensituation im Vogtland Auswirkungen auf einige Bewerber hat: "Manche junge Leute sehen die Jobsuche inzwischen eher locker, weil sie glauben, dass es genug freie Stellen gibt." Und plötzlich stehen sie ohne Ausbildungsplatz da.
Um diese jungen Leute besser zu erreichen, sie zu motivieren, sich auf eine der vielen freien Stellen zu bewerben, arbeitet die Arbeitsagentur an neuen Konzepten - sogar über Jobangebote über das soziale Netzwerk Facebook wird bereits nachgedacht, allerdings auf Bundesebene. "Wir müssen langfristig andere Kommunikationswege nutzen", glaubt Buchner.
Bewerberin Elaine Emminghaus ist auf solche Wege eher nicht angewiesen. Sie gehört zu den Motivierten. Bäckerin, Konditorin oder auch Friseurin möchte die junge Frau werden. Und sie hat Glück: In diesen Branchen sind noch Ausbildungsplätze frei. Gleich am Donnerstag wird sie die nächsten Bewerbungen schreiben.
Die meisten unbesetzten Lehrstellen gibt's hier:
Verkauf (ohne Spezialisierung)
Lebens-/Genussmittelherstellung
Maschinenbau- und Betriebstechnik
Fahrzeug-Luft-Raumfahrttechnik
Körperpflege
Metallbau und Schweißtechnik
Verkauf von Lebensmitteln
Lagerwirt, Post, Zustellung
Energietechnik
Gastronomie
Quelle: Bundesagentur für Arbeit Plauen (Stand Mai 2012)


20:39 Uhr
crashy9708: Na, dann sagt uns doch mal in welchen Berufszweigen und mit welchen Aussichten auf Übernahme in ein festes UND unbefristetes Arbeitsverhältnis, von der Anbindung an gewerkschaftlich ausgehandelte Tarifverträge ganz zu schweigen.
Wer, wie ich, seit über 15 Jahren einen Einblick in die Arbeitsweise der BA hatte (als Arbeitsuchender), der hat den Glauben an die Menschheit im übertragenen Sinne schon lange aufgegeben.
Wer Arbeiten will, der bekommt auch Arbeit, genauso, wer eine Lehrstelle will.
Wer sich aber auf die Arbeitsangebote nd die "Formulierungen" in den Bewerbungsunterlagen auf die Hinweise der "geschulten MA der Arbeitsagenturen verlässt, der landet - früher oder später - im ALG II - genannt Hartz IV!
Ich kann nur jedem arbeitswilligen AN raten, nie aufzustecken und sich selbst um Arbeit zu kümmern und den ARGEN richtig in den "Ar..." zu treten, damit man auch eine Quali bekommt, die einem auf den Leib zugeschnitten ist.
"OHNE KAMPF KEIN SIEG" - an dieses Buch von Manfred von Brauchitsch habe ich mich gehhalten und so manche Klippe auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich umschifft - trotz H-IV!
Als Vorbild für mein Kind habe ich errreicht, dass Tochter in einem Jahr nicht nur ihr Staatsexamen ablegen wird - nein, sie wird auch mehr als ich verdienen und kann auch noch studieren.
Auch so kann eine "Harzie" seine Kinder in die Zukunft schicken.
Wenigstens war und bin ich immer noch stolz auf mein Ost-ABI und war auch so bei der Stellensuche immer erfolgreich!
Die Motivation der Kinder zum Beruf wird nun einmal in der Familie ausgebildet, durch das Vorbild der Eltern.
Es läuft nicht immer alls glatt und auch ich hatte so manchen Durchhänger, aber was mir half, das war mein Stolz - ein ehemaliger DDR-Bürger zu sein, der eine hervorragende Sschulische Ausbildung genießen konnte und die kann mir keiner nehmen, auch nicht das Geschwafel jener "Dissidenten", die auch meine Eltern dafür bezahlt haben, dass diese kostenlos studieren durften!