Industrie-Hanf wird unter anderem in der Automobilindustrie eingesetzt. Sieben Felder sind im Vogtland damit bestellt.
Foto: Ellen Liebner
Industrie-Hanf wächst auf vogtländischen Feldern
Wenn der Name dieser Pflanze auftaucht, schrillen bei vielen die Alarmglocken - Für die in der Region angebaute Sorte ist das jedoch unbegründet
Plauen. Viele Vogtländer reiben sich verwundert die Augen: Da wächst in der Region Hanf auf Feldern - ist das überhaupt erlaubt? Mit dieser Frage haben sich zuletzt mehrere Leser an die Redaktion gewandt, die im Plauener Umland entsprechende Entdeckungen gemacht haben. "Freie Presse" hat deshalb in der Plauener Außenstelle des Landesamtes für Umwelt und Geologie nachgefragt.
Pflanzenexpertin Jana Brückner: "Es handelt sich hierbei um Industrie-Hanf, eine sehr vielseitig einsetzbare Pflanze", erläutert sie. Unter anderem werde die Faser in der Automobilindustrie und beim Hausbau verwendet - als Dämmstoff. Dieser Hanf ist jedoch nicht mit dem vergleichbar, der als Rauschmittel bekannt ist. Industrie-Hanf darf nur 0,2 Prozent des Naturstoffs Tetrahydrocannabinol (THC) aufweisen, der in höherer Konzentration als Droge wirkt. Haschisch enthält beispielsweise zwischen 5 und 10 Prozent THC. Tetrahydrocannabinol unterliegt in Deutschland daher den Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes. Deshalb ist auch Industriehanf anzeigepflichtig, die Plauener Behörden-Außenstelle über den Anbau in der Region exakt im Bilde.
Laut Jana Brückner wird der Industrie-Hanf im Vogtland auf sieben Feldern auf einer Gesamtfläche von 46 Hektar von einem Betrieb angebaut. Bei 36.000 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche im gesamten Landkreis sei der Anteil jedoch verschwindend gering, so die Pflanzen-Fachfrau aus der Behörde. "In Thüringen ist Industrie-Hanf deutlich mehr verbreitet."
Das Vogtland bietet für die Pflanze durchaus gute Bedingungen. "Schwere Böden sind gut, Hanf zieht viel Wasser. Das passt zu unserer Gegend", sagt Jana Brückner.

