Mann terrorisiert Haselbrunn mit Machete
Wohnung verwüstet - Autofahrer muss genäht werden
Plauen. Plauen/Reichenbach. Ein Stadtteil hielt den Atem an. Eine Stunde lang terrorisierte ein 24-jähriger Mann im Plauener Norden seine Umwelt. Jetzt fragen sich alle: War es die unkontrollierte Tat eines Drogensüchtigen im Vollrausch? Oder hatte der Täter mit seinen Opfern eine Rechnung offen?
Am späten Donnerstagabend ist der Mann aus Reichenbach im Plauener Ortsteil Haselbrunn Amok gelaufen. Seine Tatwaffe: eine ungefähr 60 Zentimeter lange Machete. Der arbeitslose Tiefbauer war zuerst in eine Wohnung in der Langen Straße eingedrungen, hatte kurz darauf in der Seumestraße und in der Rückertstraße 15 Autos demoliert. Zum Schluss ging er mit dem Buschmesser auf einen 50-jährigen Mann los, schlug auf ihn ein. Nach einer Stunde gefährlichem Irrlauf klickten endlich die Handschellen. Bisher konnte der Mann nicht vernommen werden. Er war zum Tatzeitpunkt mit Drogen vollgepumpt, wird vermutlich in eine Psychiatrie zwangseingewiesen.
Doch dass der arbeitslose Reichenbacher zumindest seine ersten Opfer wahllos ausgewählt hat, ist eher unwahrscheinlich. Die Wohnung, die der Amokläufer in der Langen Straße verwüstet hat, befindet sich in der zweiten Etage eines Mietshauses. Die Polizei bestätigte am Freitag, dass er und die junge Frau, die dort mit ihrem Lebensgefährten wohnt, in irgendeiner Form in Beziehung stehen. Polizeisprecher Jan Meinel: "Zum genauen Motiv können wir allerdings noch nichts sagen."
Angst und Schrecken verlagerten sich auf die umliegenden Straßen. Mit der Machete war der Mann aus der Wohnung geflohen. Er schlug auf mehrere Autos ein. Von einem 50-jährigen Mann, der gerade sein Auto abstellen wollte, forderte er im Drogenrausch die Fahrzeugschlüssel. Als sich der Fahrer weigerte, traktierte ihn der Amokläufer mit seiner Waffe. Das Opfer wurde an der Hand, am Arm und am Oberkörper verletzt, musste genäht werden, konnte sich aber schließlich in einen Hauseingang retten. Augenzeugen alarmierten die Polizei.
Die Staatsanwaltschaft lehnte offenbar wegen des psychischen Zustandes des Täters eine Haftrichtervorführung ab.


