Nach dem tödlichen Badeunfall: Im Naturfreibad Pöhl ging es am Montag wieder ins Wasser. Viele Eltern hatten ein waches Augen auf ihre Kinder geworfen.
Foto: Helmut Schneider
Nach Badetod: Polizei sucht jetzt Zeugen
Tod eines Achtjährigen im Naturfreibad Pöhl noch ungeklärt - Obduktion angeordnet - Debatte um Sicherheit und Rettungsschwimmer entbrannt
Pöhl/Plauen. Pöhl/Plauen. Nach dem tödlichen Badeunfall vom Samstagnachmittag an der Talsperre Pöhl sucht die Polizei seit Montag Zeugen. "Wir wissen noch zu wenig über den Ablauf", sagte Polizeisprecher Jan Meinel.
Der Achtjährige war zusammen mit seinen Eltern und dem zehnjährigen Bruder aus Zwickau an die Pöhl gekommen. Kurz nach 15 Uhr war der Schüler plötzlich verschwunden. Die Eltern schlugen daraufhin Alarm. Bad-Besucher und die Wasserwacht halfen bei der Suche. Eine 47-jährige Frau hat laut Polizei den leblosen Körper des Jungen schließlich im seichten, aber trüben Wasser entdeckt. Er lag am Grund, nur etwa acht Meter vom Ufer entfernt. Allerdings konnte auch ein Notarzt nicht mehr helfen. Das Kind verstarb wenig später im Krankenhaus. Die Eltern sowie der Bruder wurden noch am Unfallort psychologisch betreut.
"Nach vorläufigen Aussagen deutet vieles darauf hin, dass der Achtjährige ertrunken ist", so Polizeisprecher Meinel. Aufschluss, ob etwa eine Erkrankung im Spiel war, soll eine Obduktion geben, die vermutlich am Mittwoch stattfinden wird.
Unterdessen ist eine neuerliche Diskussion darüber entbrannt, ob im Naturfreibad für mehr Sicherheit gesorgt werden muss, beispielsweise durch den Einsatz eines Rettungsschwimmers, der immer vor Ort bleibt. Das umzäunte Gelände ist mit Liegewiese, Lokal und Spielplatz familienfreundlich gestaltet. Gerade Eltern mit Kindern wissen das zu schätzen, fühlen sich sicher.
Der Pöhler Wasserrettungsdienst hat zwar unweit seine Station. "Wir leisten eine Grundversorgung, können aber nicht jeden Abschnitt des 30 Kilometer langen Ufers überwachen. Das ist personell unmöglich", sagt Wachleiter Kay Hansen, der 15 ehrenamtliche Helfer an seiner Seite hat. "Es könnten mehr sein, aber auch uns fehlt der Nachwuchs".
Nach einem ähnlichen Vorfall vor vier Jahren im Naturfreibad - damals war eine junge Frau aus Reichenbach ums Leben gekommen - wurde dort ein Rettungsschwimmer stationiert. "Das war aber keine Lösung auf Dauer", so Hansen am Montag. Zudem handele es sich um ein Naturgewässer, in dem Baden auf eigene Gefahr gilt. Und: "Auch das Vorhandensein eines Rettungsschwimmers bringt keine absolute Sicherheit", ist Hansen überzeugt.
Friedhard Kaul (parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Pöhl und Chef des Talsperrenzweckverbandes, sagte trotzdem eine Prüfung zu, ob Rettungsschwimmer speziell fürs Naturfreibad abgestellt werden sollen. "Dazu müssen wir aber erst wissen, wie es zum Unfall kam."


