Viel Spaß in der Töpferwerkstatt haben Anette Meister, Renate Wetzel, Dorit Müller, Elisabeth Tausch und Gunda Klotz (von links). Sie können die neuen Kreativräume im Obergeschoss der Weberhäuser nutzen. In den vergangenen Monaten sind die Räumlichkeiten unterm Dach umfangreich umgestaltet worden. Zuvor waren sie jahrelang wegen Sicherheitsbedenken gesperrt gewesen.
Foto: Helmut Schneider
Neue Werkstätten in den Weberhäusern
Nach drei Jahren wurde oberen Etage wieder für Besucher frei gegeben
Plauen. Plauen. Ein kleines, dunkles Zimmerchen direkt unterm Dach. Wohnzimmer, Werkstatt, Küche, alles in einem Raum. Der Arbeitstisch steht direkt am Fenster, dort, wo das Tageslicht für die meiste Helligkeit sorgt. Nebenan ein bescheidenes Schlafzimmer - hier lebte also einst der Holzpantoffelmaa mit seiner Familie.
Der Holzpantoffelmaa war vor fast 100 Jahren stadtbekannt. Holzpantinen und sogenannte Waschhausschuhe stellte er her- jetzt lebt der Holzpantoffelmaa, dessen bürgerlicher Name Max Reinhardt war, wieder auf: in den Weberhäusern und damit an genau jenem Ort, wo er einst wirklich lebte und arbeitete.
Leben wie vor 100 Jahren
Reinhardts frühere Werkstatt und Wohnung ist vom Verein Unikat originalgetreu hergerichtet worden. Besucher können dort erfahren, wie der Alltag vor 100 Jahren aussah: "Es war ein Leben nach dem Lauf der Sonne", erklärt Margitta Schier. Sie ist die Vorsitzende des Unikat-Vereins, der die Weberhäuser betreibt.
Das besondere an der rekonstruierten Holzpantoffelmaa-Werkstatt: Sie befindet sich direkt unterm Dach. Weil der bauliche Zustand der Weberhäuser große Sicherheitsbedenken ausgelöst hatte, durfte fast drei Jahre lang kein Besucher die oberen Etagen der mittelalterlichen Häuser am Mühlgraben betreten.
Doch damit ist nun Schluss. Nach umfangreichen Bauarbeiten sind die oberen Etagen wieder frei, neue Kreativ-Räume entstanden. Dazu musste der Unikat-Verein Decken einziehen, Geländer anbauen, Durchbrüche zumauern und Fluchttreppen anbringen lassen. Mehrere 10.000 Euro haben die Arbeiten gekostet. "Den finanziellen Aufwand hätten wir niemals allein stemmen können", sagt Vereinschefin Schier. Doch die Unikats-Mitstreiterinnen fanden gemeinsam mit dem Eigentümer eine Lösung: Er übernahm die Umbaukosten, der Unikat-Verein zahlt dafür ab sofort Miete. Allerdings seien die 500 Euro nur schwer aufzubringen, klagt Margitta Schier: Der Verein erhält Geld aus öffentlichen Kassen und von den Teilnehmern der Handwerkskurse. Es reicht gerade, um die Kosten zu decken.
Idee: Märchengarten
Für die Umsetzung neuer Ideen bleibe da kaum etwas übrig. Dabei haben die Unikat-Frauen viel vor: Der Garten, der in den vergangenen Monaten bereits in eine grüne Oase verwandelt wurde, soll noch beschaulicher werden - an einen Märchengarten denken die Vereins-Mitarbeiter. Viel Hilfe gab's schon von einer Plauener Gärtnerei, die unzählige Pflanzen zur Verfügung stellte. Als nächstes soll die kleine Freiluft-Bühne ein Dach erhalten - damit endlich kein Musiker mehr im Regen sitzen muss. www.weberhäuser.de


