Neues Spitzenzentrum: Spitzengespräch am Dienstag

Landkreis wird für das Projekt als Partner Plauens umworben - Geplanter Baubeginn jetzt auf 2013 verschoben

Plauen. Plauen. Heiraten in Plauener Spitze ist der Traum der Plauener Touristiker. Während das wohl noch eine Weile ein Traum bleiben wird, könnte für die Plauener Spitze schon früher eine Hochzeit stattfinden. Die Braut heißt Plauen. Der umworbene Bräutigam ist der Vogtlandkreis. Konkret geht es um den sechs Millionen Euro teuren Neubau des Deutschen Zentrums für Stickerei und Spitze in Plauen - bislang ein reines Plauener Vorhaben.

Dafür sollten eigentlich bereits in diesem Jahr die Bauarbeiten beginnen. Wegen der Finanzkrise musste das Ganze um zwei Jahre verschoben werden. 2013 sollen die Planungen jetzt in die heiße Phase gehen. Bislang ist das Projekt Spitzenzentrum von Plauen vorangetrieben worden. Doch deren Volksvertreter wiesen bereits öffentlich darauf hin, dass die Bedeutung dieser neuen Spitzen-Erlebniswelt - Museum, Schauwerkstatt, Forschungszentrum und Präsentationsort in einem - weit über die Stadtgrenzen in den Landkreis hinausreichen wird.

Außerdem gibt es dort derzeit die größere Anzahl von Betrieben, die mit der Herstellung von Plauener Spitze ihr Geld verdienen, hob Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) im Gespräch mit "Freie Presse" hervor. Ergo: Der Kreis wäre nicht zuletzt im Hinblick auf die Unterhaltungskosten der neuen Spitzenwelt ein willkommener, möglicherweise gar notwendiger Partner für die Stadt.

Da beide aber nicht ohne Weiteres zueinander finden werden, hat sich jetzt ein Heiratsvermittler eingeschaltet. Der heißt Franz Rudolph, ist Textilbeauftragter des Freistaates Sachsen und bringt beide potenziellen Partner in Person von OB Ralf Oberdorfer (FDP) und Landrat Tassilo Lenk (CDU) am Dienstagnachmittag im Landratsamt an einen Tisch.

Aufdrängen will sich die stolze Braut dort freilich nicht. "Professor Rudolph hat um das Gespräch beim Landrat gebeten", erklärte Oberdorfer auf Nachfrage. Rudolph wolle für die Unterstützung des Kreises werben, so der OB.

Der Neubau des Spitzenzentrums ist an der Plauener Nobelstraße geplant. Ein Architektenwettbewerb für das Gebäude hat bereits stattgefunden. (tb)

 
erschienen am 08.02.2010
 
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