Veranstaltungsplakate an Lichtmasten bereiten der Stadtverwaltung oftmals Ärger. Deshalb will sie in Zukunft eine Firma engagieren, die sich um alles kümmert. Private Veranstalter, die bislang selbst geklebt haben, fürchten höhere Kosten.
Foto: Ellen Liebner
Plakat-Plage in Plauen: Stadt setzt auf Profi-Kleber
Mit einer Neuregelung sollen Veranstalter ihre Werbung in Plauen nicht mehr selbst aufhängen dürfen
Plauen Die Stadt Plauen überdenkt derzeit die Praxis der Plakatierung: In Zukunft sollen nicht nur die Großwerbeflächen und die Vitrinen von privaten Dienstleistern bestückt werden, sondern auch die Lichtmasten. Dort konnten Veranstalter bislang ihre Plakate selbst anbringen. Weil es jedoch häufig Ärger gab, sollen das jetzt ebenfalls Fremdfirmen übernehmen. Veranstalter fürchten um höhere Kosten, weil sie diese Dienstleistung mitbezahlen müssen - ob sie wollen oder nicht.
Immer wieder Ärger
"Es gab immer wieder Probleme mit der Lichtmastenwerbung: Mal hingen nicht genehmigte Plakate, mal wurden sie nicht wieder abgenommen, mal gab es unschöne Ansichten", begründet Wirtschaftsförderer Eckhard Sorger. Deshalb gebe es den Vorstoß, dort nur noch Profis ranzulassen. Weil Ende dieses Jahres Verträge auslaufen, will das Rathaus die Chance zu einer grundsätzlichen Neugestaltung nutzen und ein Paket zur Plakatierung neu ausschreiben. Im Herbst entscheidet darüber der Stadtrat.
Der Rat muss dabei auch über die Konditionen befinden. Eckhard Sorger sagt, dass Veranstaltungsplakate nicht teurer werden sollen, wenn die Veranstaltung im Interesse der Stadt liege. "Es wird dabei eine Mischkalkulation geben, die auch bestimmte Rabatte beinhaltet." Wie die Preise im Einzelnen aussehen, sei noch nicht klar. "Soweit sind wir noch nicht."
CDU sieht Kostenexplosion
Die CDU-Fraktion befürchtet indes, dass die Plakatierung für private Veranstalter deutlich teurer wird. Ratsmitglied Dirk Brückner zieht dabei Beispiele aus Nachbarstädten heran. Dort werde es bereits so gehandhabt, wie es Plauen jetzt vorhat. "So müsste für die Anbringung von Veranstaltungswerbung an 50 Lichtmasten für 14 Tage in Zwickau 490 Euro, in Hof 588 Euro und Greiz 670 Euro erbracht werden", rechnet er vor. Dazu Plauen im Vergleich: Hier ist derzeit lediglich die Miete für die Lichtmasten fix: 190 Euro. Veranstalter, die sich fürs Aufhängen ebenfalls eine Firma engagierten, zahlen laut Brückner dafür derzeit 150 Euro - macht 340 Euro insgesamt. Damit liege Plauen mit seinen Kosten deutlich unter den Nachbarstädten.
"Als Fraktion tragen wir eine Kostensteigerung nicht mit", sagt er. Die CDU will die Neuregelung deshalb stoppen: Die Lichtmastenwerbung soll nicht ausgeschrieben werden. Private sollen auch künftig selbst Plakate kleben dürfen. Die Regelung in den Ortsteilen dürfe ebenfalls nicht angetastet werden - die Hoheit liegt beim Ortschaftsrat. Die Straßberger haben bereits darüber diskutiert und pochen darauf, dass das so bleibt. Allerdings wollen auch die Christdemokraten Plakat-Wildwuchs am Straßenrand verhindern. Ein Passus in dem Ratsantrag laute daher: "Die Stadt wird verpflichtet, schärfere Kontrollen und Maßnahmen auf Ordnung und Sicherheit der Plakatierungen durchzuführen."

