Radweg Alternative für die Talroute ist der neu gebaute Radweg entlang der Straße zwischen Altchrieschwitz und Möschwitz.

Foto: Ellen Liebner

Plauen: Elsterradweg soll raus aus dem Elstertal

Routenfindung für die Radstrecke zieht sich hin

Plauen. Kein Radweg am Fluss: Die idyllische Talstrecke zwischen der Plauener Kläranlage und dem Gasthof Lochbauer wird in naher Zukunft nicht mehr als Elsterradweg ausgewiesen. Die Trasse soll stattdessen auf den neuen Radweg an der ebenfalls neu gebauten Staatsstraße 297 zwischen Altchrieschwitz und Möschwitz gelegt werden. Darüber informierte Vizelandrat Rolf Keil auf Anfrage von "Freie Presse". Begründung: "Eine direkte Führung des Radweges an der Elster zwischen Kläranlage und Lochbauer kann aus naturschutzfachlichen Gründen nicht erfolgen."

Punktsieg für Naturschützer

Naturschützer und Wanderer verbuchen in der Debatte damit einen Punktsieg. Für Radfahrer stirbt damit auch das letzte Stück Wegeführung am Fluss in diesem Bereich. Auch weitere Pläne und Gedankenspiele der vergangenen Monate sind damit hinfällig: Es wird keinen asphaltierten Weg vom Wendehammer nach der Kläranlage in Richtung Pfaffengut geben. Für diese Alternative waren bereits Pläne ausgearbeitet. Abgehakt ist zudem die Idee, den Waldweg vom Lochbauer in Richtung Talsperre als kurze Verbindung zur Pöhl zu nutzen. Nicht zuletzt werden der Gashof Lochbauer und das Umweltzentrum Pfaffengut vom Elsterradweg abgekoppelt.

Zwischen Möschwitz und Jocketa soll die Radl-Strecke auf bestehenden Straßen geführt werden. Ab Jocketa untersucht das Landratsamt derzeit zwei Varianten: Eine über Ruppertsgrün talwärts in Richtung Elsterberg. Diese Strecke wurde als Alternative zur bergigeren Strecke zwischen Jößnitz und Elsterberg Ende vorigen Jahres ins Gespräch gebracht.

Neue Idee: Über Elstertalbrücke

Eine weitere Trasse hat jetzt Vizelandrat Rolf Keil neu zur Diskussion gestellt: Sie bindet die Elstertalbrücke ein, der Weg führt über die Mitteletage des Viaduktes als Schiebestrecke. Für diese Trassenführung gibt es mehrere Pluspunkte: Radler werden an der Sehenswürdigkeit Brücke vorbeigeführt, die Talsperre und Jößnitz wären angebunden. Im staatlich anerkannten Erholungsort hatte sich der Ortschaftsrat dafür eingesetzt.

 
erschienen am 30.07.2012 ( Von Tino Beyer )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
2
(Anmeldung erforderlich)
  • 01.08.2012
    19:34 Uhr

    schnuffelduffel: So ein Murks kommt heraus, wenn Behörden-Menschen, welche sich nur ins dicke Auto setzen und die Natur nur vom Fernsehen oder Schrebergarten kennen heraus. Müssen Radwegen immer derartig asphaltiert sein? Nein. Woanders geht es auch.
    Wenn Sie nicht wollen, dann nennen Sie diese Mogelpackung gefälligst um!

    0 1
     
  • 31.07.2012
    12:10 Uhr

    JoergU: Hallo, es geht um einen Radweg! Was hat der auf öffentlichen Straßen zu suchen? Ich wohne und radele gern in Jocketa, aber Möschwitz via Sperrmauer zu erreichen, ist lebensgefährlich! Liebe Planer, bitte ausprobieren. Die Straße ist eng, jeder Überholvorgang durch entnervte Autofahrer ein potenzielles Ende des Radlers. Dabei war in den letzten 8 Jahren die Sperrmauer ca. 6 Jahre per Ampel dicht. Da hätte man auch gleich eine Spur der Straße zum Radweg erklären könnnen (Ironie!). Sollte der Radweg nicht "auf" (wie im Artikel) sondern "neben" der Straße verlaufen, wäre das in der Tat die Rettung!
    Zum Elsterradweg: Ich weise öfter in Jocketa verirrten erschöpften Ortsunkundigen den Weg. Wer in den letzten 15 Jahren einmal an Elbe, Neisse, Oder, Donau etc. geradelt ist, weiß, wie ein Radweg am Fluß aussehen kann. Das wird von der avisierten Klientel in 2012 auch erwartet. Da der Elsterradweg als solcher vermarktet wird, ist Frust
    vorprogrammiert.
    Den Schwierigkeiten mit dem Naturschutz hätte man begegnen können. Klar ist es vom Vogtlankreis clever, die meisten Kilometer vom Freistaat gefördert zu bekommen; was selbstredend nur funktioniert, wenn man sich an die Förderrichtlinie hält. Das ein 2,5m breites Asfaltband zwischen Kläranlage und Barthmühle nicht naturverträglich ist, liegt auf der Hand. Aber auch andernorts gibt es erdgebundene Abschnitte und diese Bauweise ist preiswerter. Dem Steuerzahler ists letztlich egal, ob freistaat- oder kreisfinanziert.
    Fazit: Eine stark befahrene öffentliche Straße zum Radweg zu erklären, geht gar nicht. Ein Flußradweg, der ohne Bezug zum Fluß über Berg und Tal und öffentliche Straßen führt, ist keiner. Schade!

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