Noch ist die Restaurierung der historischen Plauener Rathaus-Uhr nicht abgeschlossen. Doch bald soll das Uhrwerk an seine angestammte Stelle zurückkehren. Das Bild zeigt den Projektverantwortlichen der Gebäude- und Anlagenverwaltung, Detlev Braun, mit Diplomrestauratorin Birgit Kolodzej aus Dresden.
Foto: Ellen Liebner/Archiv
Plauen bekommt seine Rathaus-Uhr zurück
Denkmalgeschütztes Kunstwerk im Herbst fertig restauriert - Künftig schlägt zur Viertelstunde nur noch ein Hammer
Plauen. Plauen. In wenigen Monaten werden die Plauener und die Touristen der Stadt die alte Rathaus-Uhr wieder bewundern können. Im Herbst sei die Restaurierung des Kunstwerks abgeschlossen und der Zeitzähler wieder montiert, informierte Detlev Braun von der Gebäude- und Anlagenverwaltung (GAV) der Stadtverwaltung auf Anfrage. Die Arbeiten kosteten rund 150.000 Euro. Davon kommen 113.000 Euro aus dem Fördermitteltopf des sächsischen Denkmalschutzes. Die Restaurierung hat vor etwa zwei Jahren begonnen.
"Etwa Dreiviertel der Arbeiten sind schon abgeschlossen", teilte Braun weiter mit. Die Zifferblätter sind erneuert, Figuren vergoldet. "Die Füße einer der beiden Holzfiguren sind inzwischen ebenfalls restauriert", berichtet der GAV-Mitarbeiter. Die noch nötigen Reparaturen seien schon ausgeschrieben und würden in den nächsten Wochen und Monaten erledigt. Das aus dem Mittelalter stammende Uhrwerk könne freilich nicht mehr verwendet werden. Das befindet sich im Museum. Das jetzige Uhrwerk stamme aus dem Jahr 1880.
Woran sich die Plauener gewöhnen müssen: Künftig werden nicht mehr zwei Hämmer zur Viertelstunde schlagen, sondern nur noch einer. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Gebäude- und Anlagenverwaltung versprochen, dem Ganzen einen neuen Anstrich zu geben. Das Kleinod an der Fassade des alten Rathauses soll bunter werden als bisher - die Touristengruppen auf dem Altmarkt wird's sicherlich freuen. Alte Schrauben und andere zur Befestigung notwendige Teile werden gegen neue ausgetauscht.
Die Geschichte dieser Restaurierung ist eine lange: Bereits vor vier Jahren war die Uhr teilweise außer Betrieb genommen worden. Man befürchtete, dass bewegliche Teile herunterfallen könnten. Vor zwei Jahren dann begannen Experten der Technischen Universität Dresden mit der Untersuchung der Einzelteile. Dass alles nicht mehr so lief, wie es sollte, war Witterungs- und Umwelteinflüssen geschuldet - vor allem der durch Feuerung mit Braunkohle verdreckten Luft zu DDR-Zeiten und später den Algen. Aber das alles ist jetzt Geschichte: Die derzeit am Rathaus befestigte Plane mit der originalgetreuen Abbildung des Meisterwerks kann bald wieder von der historischen Fassade weichen.


