Dresdner Designer Uwe Herrmann entwirft die Debütantinnen-Kleider. Der Dresdner Designer Uwe Herrmann entwirft die Debütantinnen-Kleider.

Foto: DIS

Plauener Spitze ziert Kleiderbei Semper-Opernball in Dresden

Traditionsprodukt aus Vogtland bekommt großen Auftritt

Plauen/Falkenstein. Erst der Laufsteg von Berlin, jetzt das glanzvollste Parkett im Freistaat: Die Plauener Spitze setzt ihren eingeschlagenen Erfolgsweg auch im neuen Jahr fort. Am 20. Januar steht Spitze aus dem Vogtland beim Semper-Opernball in Dresden mit den Kleidern der Debütantinnen im Rampenlicht. Der Träger der roten Roben besteht aus Spitze. Ein raffiniertes Spitzenmuster ziert zudem das Dekolleté.

Entworfen hat die Kleider der Dresdner Designer Uwe Herrmann, eigenen Angaben zufolge Sachsens erste Adresse für Braut- und Festmode. Seit rund fünf Jahren schneidert Herrmann, der auch in Paris arbeitet, die Debütantinnen-Kleider für den Semper-Opernball. Plauener Spitze hatte er dabei bislang noch nie auf der Rechnung - bis er im Herbst vom Deutschen Innovationszentrum für Stickerei (DIS) aus Plauen die neue Kollektion Plauener Spitze Mode angeboten bekam. Der Dresdner suchte sich eine Bordüre der Stickperle Falkenstein aus - und war begeistert davon. "Er kannte uns schlichtweg nicht. Dabei ist Dresden gar nicht so weit weg", sagte DIS-Geschäftsführerin Kathrin Floß. Für sie war das einmal mehr ein Beweis dafür, dass noch viel Arbeit vor den Branchen-Verantwortlichen in der Region liegt.

Ein Puzzle auf diesem Weg ist die neue Modekollektion Plauener Spitze Mode, die zur Münchner Stoffmesse Munichfabricstart im September erstmals präsentiert wurde. 150 Muster und Designs gehören zu der Kollektion. Nicht alle davon sind neu. Neu ist jedoch die Form des Vertriebs. Fünf Firmen aus der Region - Gerber Spitzen und Stickereien Rebesgrün, Modespitze Plauen, Otto Dotzauer KG, Stickperle und W. Reuter und Sohn Spitzen (beide Reumtengrün) - haben sich zusammengeschlossen, um als Zulieferer für Modehersteller ein breiteres Spektrum an den Markt zu bringen. "Für jeden Einzelnen würde sich eine Kollektion mit nur 30 Mustern nicht lohnen", erklärt Kathrin Floß. Mit der größeren Auswahl soll gezielt die Modebranche angesprochen werden. Bereits Ende Januar ist wieder eine Präsentation auf der Münchner Stoffmesse geplant. Die Unternehmen hoffen, von dort auch größere Aufträge mit ins Vogtland zu bringen.

Bis dahin freuen sich die Sticker an den Prestige-Aufträgen wie die für den Semper-Opernball. "Für uns ist das schon ein außergewöhnlich schöner Auftrag", sagt Angelika Zoglauer von der Falkensteiner Stickperle. Für 90 Kleider werden dort zurzeit die Träger aus Luftspitze in einem aufwändigen Verfahren mit mehreren Arbeitsschritten hergestellt. Nächste Woche erfolgt die Auslieferung nach Dresden.

Der Glanz des Balls im Januar wird damit bis ins Vogtland strahlen. Eine Ahnung davon haben die Verantwortlichen der Branche bereits bei der Präsentation der Kleider kürzlich in Dresden bekommen. Die fand im Hotel Taschenbergpalais Kempinski in Dresden statt. Schirmherrin für die Debütanten beim Ball ist Veronika Tillich, die Ehefrau von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU).

 
erschienen am 05.12.2011 ( Von Tino Beyer )
 
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