Pöhl: Neue Bürgermeisterin weckt Erwartungen
Daniela Hommel-Kreißl (FDP) gewinnt Wahl
Pöhl. So rasch ist Daniela Hommel-Kreißl (FDP) Sonntagnacht nicht in den Schlaf gekommen. Mit haushoher Mehrheit praktisch aus dem Stand heraus gegen den langjährigen Amtsinhaber Friedhard Kaul (parteilos) gewonnen zu haben, hat auch sie überrascht. Das musste sich erst einmal setzen. "Ich habe zuletzt, als mir immer mehr Unterstützung aus dem Gemeinderat angeboten wurde, mit höchstens 20 Prozent gerechnet", sagte sie am Montag. Tatsächlich wurde es mit fast 66 Prozent mehr als das Dreifache.
Hoffnung in Herlasgrün
Nicht zu übersehen, wo die größten Erwartungen der bis dato offenbar von ihrem bisherigen Bürgermeister enttäuschten Pöhler sind - im Raum Herlasgrün. Von den vier Wahlbezirken hat die 41-Jährige dort prozentual die meisten Stimmen erhalten. Deshalb ist es für sie naheliegend, speziell in Herlasgrün mit den im Vorfeld versprochenen Ortsteilbegehungen zu beginnen. "Das Abwasserproblem beschäftigt die Menschen", weiß sie inzwischen. Der Wasserzweckverband hat aufgrund einer Studie vor zwei Jahren ausgeschlossen, dass im Dorf aufgrund hoher Erschließungskosten eine zentrale Abwasserentsorgung gebaut werden kann. Mit der Folge, dass die Herlasgrüner bis 2015 in private Kleinkläranlagen investieren müssen, wollen sie staatliche Auflagen fristgerecht erfüllen. "Vielleicht lassen sich aber mit einer Sammelbestellung solcher Anlagen wenigstens die Kosten für die Bürger abmildern", sagt Hommel-Kreißl.
Schon vor dem offiziellen Amtsantritt am 12. Oktober kann sie sich vorstellen, bei dem einen oder anderen Pöhler Verein vorbeizuschauen, etwa beim Touristiker-Stammtisch, der Anfang August wieder tagt. "Wenn man mich einlädt und ich Zeit habe, warum nicht." Der 41-Jährigen ist es klar um die Mehrbelastung, die mit dem Ehrenamt Bürgermeister nun auf sie zu kommt. "Einiges muss ich dann wohl zurückfahren", sagt sie und meint etwa das Engagement für den Förderverein Herrenhaus in Kleingera. Daniela Hommel-Kreißl arbeitet hauptberuflich als Sprecherin des vogtländischen FDP-Bundestagsabgeordneten Joachim Günther in dessen Plauener Büro, sie ist also beim Bundestag beschäftigt. Und zwar bis zur Bundestagswahl 2013. Danach setzt sich Günther zur Ruhe. Bis dahin alles unter einen Hut zu bringen, erfordert einiges im Leben umzuplanen. "Mein Mann ist davon nicht begeistert", so die Mutter zweier Kinder.
FDP im Glück
Anders sieht das schon bei den Parteifreunden aus. Bundestagsmitglied Günther kam noch am Sonntag vorbei, um persönlich zu gratulieren. Am Montag schloss sich Sachsens FDP-Generalsekretär Torsten Herbst per E-Mail an und registrierte zufrieden, dass es im Freistaat nun 28 liberale Bürgermeister gibt. Auch Vogtlands FDP-Chef Martin Treeck gratulierte. Es könne keine Rede sein, dass sich die Liberalen im Stimmungstief befinden, so Treeck.
Glückwünsche gab es zudem von hiesigen FDP-Bürgermeistern, die neben Plauen noch in Limbach, Neumark und Rosenbach regieren. "Von denen habe ich Literatur bekommen, die ich jetzt studieren muss", sagt Hommel-Kreißl. Darunter die Gemeindeordnung. Die wird sie mit ins Urlaubsgepäck stecken, wenn demnächst für zwei Wochen Ferien an der Ostsee anstehen.

