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Rechte Szene macht sich mit ihren Symbolen breit in Plauen
Wie sich Rechtsextremismus in den Alltag schleicht: ein Situationsbericht nach den Attacken vor einer Woche
Plauen. Seit den Auseinandersetzungen zwischen Asylbewerbern und Deutschen vergangenen Freitag kommt Plauen nicht zur Ruhe. Für die Polizei ist immer noch unklar, was der Auslöser für den Vorfall war. Den dürftigen Informationsstand nutzt die rechtsextreme Szene, um Ausländerhass zu schüren.
Es gibt jetzt Aussagen, wonach eine Gruppe deutscher Männer mit Baseballschlägern und Fahrradketten bewaffnet am N 1 auf Asylbewerber gewartet haben soll. Die Polizei kennt diese Angaben, bestätigt Sprecher Jan Meinel. Möglich sei, dass die Gruppe am N 1 kurz vor dem Überfall gewarnt wurde. Ermittelt wurden inzwischen drei Security-Mitarbeiter, die sich wenige Stunden vorher vor der Stadt-Galerie mit Asylbewerbern geprügelt haben sollen. Zumindest einer davon hatte laut Polizei abends im N 1 Dienst.
Fakt ist eines: Es gibt Gruppen von Einheimischen und Ausländern in Plauen, zwischen denen die Luft brennt. Asylbewerber werden im Vogtland längst nicht als so selbstverständlich wahrgenommen, wie es Behörden gerne sehen würden. Das interkulturelle Fest, das die Gleichstellungsbeauftragte vor drei Wochen auf dem Altmarkt veranstaltet hatte, wirkt wie ein verzweifelter Annäherungsversuch.
René Weber von der Kontaktstelle "Move" gegen Rechts betrachtet die Entwicklung mit Sorge. "Die ausländerfeindliche Stimmung ist sichtbar", sagt er. Dass das Wendedenkmal vor kurzem mit einem Hakenkreuz beschmiert wurde, sei nur ein Beispiel. Verbreitet habe sich die Nummer "88" am Autokennzeichen. Die Szene hat sich Ziffern zum Symbol gemacht - kleine Erkennungszeichen. Die "88" steht nach nummerierten Buchstaben des Alphabets für Heil Hitler, die "18" für Adolf Hitler. Beliebt sei auch der Aufkleber, bei dem ein Fisch vom Adler gepackt wird - ein antichristliches Symbol, das ein klares Szenebekenntnis sei. Verbreitet hat sich der aus radikalen Kreisen stammende Schriftzug "Todesstrafe für Kinderschänder" an Heckscheiben.
"Mich wundert es, wie bei einem Ausländeranteil von 1,4 Prozent im Vogtland diese Hetze so funktionieren kann", sagt Weber. Bedenklich: Thor Steinar, eine der Modemarken der rechten Szene, wird mittlerweile quer durch Bevölkerungsgruppen getragen. Im aktuellen Leubnitzer Dorfblatt wird Adolf Hitler als "unglückseliger Österreicher" verharmlost. Die Dorfblatt-Redaktion rechtfertigt sich darin, dass für ein Gebäude im Ortsteil Schneckengrün noch immer die Bezeichnung "Adolf Hitler Schule" kursiert.
Im Asylbewerberheim ist die Stimmung indes bedrückt. "Viele Heimbewohner trauen sich nicht mehr in die Stadt. Sie haben Angst, angegriffen zu werden", sagt Sozialarbeiterin Gabi Weiß.
Disko-Inhaber Uwe Seidel hat das pauschale Einlassverbot für Ausländer nach Kritik verschiedener Organisationen inzwischen zurückgenommen. Im Mai war auf Büroräume seiner Firma an der Rädelstraße ein Brandanschlag verübt worden. Die Polizei konnte die Tat noch nicht aufklären, will aber prüfen, ob es einen Zusammenhang mit dem Disko-Übergriff gibt.
Vor sechs Jahren gab es schon einmal eine Disko-Schlägerei in Plauen, die Wellen schlug. Damals war die Situation eine andere: Neonazis hatten das Kulturzentrum Alte Kaffeerösterei überfallen. Kurz danach demonstrierten in der Stadt rund 1000 Menschen gegen Rechts.



08:35 Uhr
manpower85: Als erstes möchte ich festhalten, dass ich nicht zur rechten Szene gehöre und das auch nicht unterstütze! Ich bin ein einfacher Plauener Bürger und finde es schlimm was in unserer Stadt vor sich geht. Als erstes ist die Berichterstattung sehr einseitig! In den Berichten wird oft nur die Sache so beschrieben, dass die Ausländer am Ende als Opfer dargestellt werden. Es wird nicht berichtet, dass die Angreifer auch stark bewaffnet waren. Auch das die Polizei fast eine Stunde gebraucht hat, bis Sie am N1 vor Ort war und eingegriffen hat, wird nicht benannt. Ich möchte gern mal wissen, was passiert wäre, wenn 20 Plauener bewaffnet Richtung Asylantenunterkunft marschiert wären. Die Polizei wäre in 5 Minuten vor Ort gewesen und hätte alle Leute erstmals in Untersuchungshaft gesteckt. Und was passiert mit den Ausländern. Da werden die Personalien aufgenommen und noch ein schöner Abend gewünscht! Und jetzt bekommt die Polizei auch noch ärger weil Sie im Wohnheim der Ausländer waren. Ja wo leben wir denn?? Haben den die Asylbewerber mehr rechte als ein normaler Plauener Bürger?! Und wenn ich die aktuelle Entwicklung sehe, das ein Asylbewerber und verdacht der Vergewaltigung steht, dann kann ich verstehen, dass die Stimmung gegen diese Leute immer schlechter wird! Man muss sicher festhalten, dass nur ein kleiner Teil der Asylbewerber kriminell sind, aber gegen diesen Teil muss etwas passieren. So was darf nicht toleriert werden! Jeder der in ein fremdes Land kommt, muss sich an die Regeln und Gesetze halten und sollte keine Sonderrechte bekommen, nur weil wir als Deutschland eine schreckliche Geschichte haben! Meiner Meinung nach, sollte eine Lückenlose Aufklärung erfolgen und dann sollten die Ausländischen Täter einfach keine Aufenthaltsgenehmigung mehr erhalten. Wer sich nicht an die Regeln hält, der muss halt gehen.