Gabriele Denke und ihre Großmutter Johanna Koza können inzwischen über die "Schwan-Attacke" lachen.
Foto: Ellen Liebner
Schwan attackiert 98-jährige Oma
Rabiates Federvieh bringt Seniorin in Neundorf zu Fall - Blaue Flecken, Schürfwunden und gehöriger Schrecken
Plauen. Plauen. Ein rabiates Federvieh sorgt derzeit in Neundorf für Aufregung. Gabriele Denke ist am Donnerstag gemeinsam mit ihrer Großmutter am Anger in Neundorf spazieren. Es ist 14.30 Uhr als die alte Frau am Teich von hinten attackiert wird. Ein Schwan schnappt nach ihrem Mantel, schlägt mit kräftigen Schwingen und reißt die Seniorin so von den Füßen. Die 98-Jährige trägt blaue Flecken, Schürfwunden, Prellungen sowie einen gehörigen Schrecken davon.
"Inzwischen sehen wir es mit Humor", sagte Denke am Freitag. Die Familie sei froh darüber, dass sich die Großmutter beim Sturz keine Brüche zugezogen habe. "Der Pflegedienst hat sich die Wunden angeschaut. Es sei nicht so schlimm, sagte man uns."
Positiv war für Gabriele Denke das Verhalten der Autofahrer, die von der tierischen Attacke Wind bekommen hatten und anhielten, um zu helfen. "Besonders eine Frau hat uns sehr geholfen und viel Zeit aufgewendet", sagte sie.
Geärgert hat sie sich zunächst über das Verhalten des Schwanbesitzers. "Der hat sich nur um den Vogel gekümmert und ihn zurück in den Stall gelockt", so Denke. Inzwischen konnte sie mit dem Mann sprechen. "Er war sehr freundlich und sagte mir, er habe bereits bei uns geklingelt, um einen Blumenstrauß und Genesungswünsche zu überbringen." Es handele sich um ein weibliches Wildtier, das im Winter durchgefüttert werde.
Unangenehme Begegnungen mit dem rabiaten Schwan aus Neundorf hat auch Hauswirt Gerhard Wagner schon machen müssen. Er wurde bereits häufiger von dem Federvieh attackiert, wenn er in der Gegend unterwegs war. "Schnurstracks kam der Schwan aus dem Wasser heraus und griff an", erinnerte sich Wagner. Bösartigkeit mag er dem Tier jedoch nicht unterstellen. Er vermutet, dass der Schwan einzig und allein sein Revier verteidigt.


