Stadt will Teile von Enka kaufen
Areal des früheren Viskosegarnherstellers soll für den symbolischen Preis von einem Euro gekauft werden
Elsterberg. Die Stadt plant, ein Grundstück des früheren Viskosegarnherstellers Enka zu übernehmen. Das vor dem eigentlichen Betriebstor gelegene und teils bebaute Areal ist gut ein viertel Hektar groß und soll für den symbolischen Preis von einem Euro gekauft werden - möglichst noch in diesem Jahr. Der Insolvenzverwalter habe bereits seine Zustimmung signalisiert, informierte Bürgermeister Volker Jenennchen (Alternative Heimatliste) am Mittwochabend im Stadtrat. Das Gremium gab zuvor in nicht öffentlicher Runde grünes Licht für den Erwerb.
Bei dem verwinkelten Gelände handelt es sich um den früheren Betriebssportplatz, eine Halle und das einstige Werk II (Möbelhaus). "Wir wollen dort wieder neues Leben einziehen lassen", erklärte der Verwaltungschef. Für die künftige Nutzung gebe es bereits mehrere Interessenten. Um Namen zu nennen, sei es jedoch zu früh.
Möglich wäre, das nach wie vor als Industriegebiet ausgewiesene Gelände beziehungsweise die Gebäude zu verpachten oder zu vermieten. Allerdings will die Kommune die Katze nicht im Sack kaufen - besonders was etwaige Altlasten im Boden betrifft. In dem Bereich fand fast 100 Jahre lang chemische Produktion statt. Mit Unterstützung des Landkreises wurden deshalb bereits Bodenproben genommen und ausgewertet. Das Ergebnis war ernüchternd. Laut Jenennchen könnte dort zwar sogar neu gebaut werden, allerdings sollte man dazu möglichst nahe an der Oberfläche bleiben. "Ich denke, wenn da jemand etwa eine Halle hinsetzen will, dafür lediglich eine Bodenplatte braucht, gibt es keine Probleme." Andernfalls komme man wohl um einen teuren Bodenaustausch nicht herum.
Trotzdem möchte die Kommune keinesfalls auf das Gelände verzichten. "Besser wir haben die Kontrolle als ein anderer", sagt Jenennchen. Das betreffe auch den Rest des vor gut zwei Jahren geschlossenen Viskosegarnherstellers. Der endgültige Abbau von Maschinen und Anlagen wird noch bis zum Frühjahr dauern. Staatliche Unterstützung vorausgesetzt, könnte sich die Stadt anschließend um den Abriss jener Gebäude kümmern, die partout keiner mehr haben will. Allerdings biete der zum Gelände gehörende Gleisanschluss auch Potenzial für Neuansiedlungen, ist Jenennchen überzeugt.


