Sven Jahn macht's vor, die Plauener sollen's nachmachen: Einen verwahrlosten Strauch an der Stresemannstraße haben der SPD-Stadtrat (rechts) und Philipp Walther am Freitag zurückgeschnitten, Unkraut in der Erde entfernt sowie den Kübel mit gelben und orangefarbenen Blumen aufgehübscht.
Foto: Ellen Liebner
Sven Jahn: Bürger, bepflanzt eure Stadt
Aus einem Gag wird eine spannende Initiative
Plauen. Grüne Oasen, die sind genau sein Ding. Ein bisschen Unkraut zupfen, Blumen pflanzen, gießen. Der Plauener SPD-Stadtrat Sven Jahn ist Hobbygärtner. Weil er findet, dass es in der Innenstadt zu wenig grüne Oasen gibt, startet er heute ein spannendes Mitmach-Projekt: Es heißt "Bürgergrün" - die Plauener sollen ihre Stadt bepflanzen.
"Wenn man aufmerksam durch Plauen geht, sieht man immer wieder Fleckchen, denen ein paar Grünpflanzen nicht schaden würden. Wir sprechen nicht nur von Pflanzkübeln, aus denen Pflanzen gestohlen oder die verwüstet wurden, sondern auch von langweiligen Baumumrandungen, tristen Beeten", sagt er. Sven Jahns Wunsch: Die Plauener sollen sich dieser grauen Orte annehmen und mitgärtnern.
Wie das geht, hat Jahn letzte Woche gezeigt. Mit ein paar Blumen, Wasser und Schaufel "bewaffnet", hat der Galerist einem verwaisten Blumenkübel an der Stresemann-straße grünes Leben eingehaucht. "Es war ein Missstand, der mir nicht gefallen hat, und ich habe ihn beseitigt. Es gab eine tolle Resonanz auf die Aktion", sagt der Galerist. Das brachte ihn auf die Idee: Da muss doch mehr drin sein.
Die 18 neuen Blumenampeln in der Stadt werden im Sommer aller zwei Tage gegossen. Die Pflanzgefäße an der Marktstraße hängen 2,50 Meter, die auf dem Altmarkt 3 Meter hoch. Mit einer verlängerten Spritzdüse kann Gärtnerin Ramona Kreuzer die Blumen unproblematisch gießen.
Foto: Ellen Liebner
Um herauszufinden, ob die Plauener mit anpacken wollen, hat Jahn ein Internet-Portal erstellt. Dort können Spitzenstädter ab Freitag Fotos von tristen Orten und grüne Oasen hochladen und zum anderen Interesse als Paten anmelden. Wer Pate ist, kümmert sich um eine spezielle Fläche oder einen Blumenkübel.
Die Diskussion ums Plauener Stadtgrün ist indes nicht neu. Schon seit Jahren wird über fehlende Pflanzenkübel und triste Beete gemeckert. Vergangenes Jahr hatte die Stadt ein Investitionsprogramm in Höhe von 160.000 Euro für die Cityverschönerung aufgelegt, verteilt auf mehrere Jahre. Zuletzt sind Blumenampeln aufgehängt worden.
Dennoch gibt es zahlreiche verwaiste Flecken. Frank Thiele, Geschäftsführer der für die Grünpflege zuständigen Dienstleistungsfirma ISP, findet die Mitmach-Idee Sven Jahns deshalb gut: "Es ist wunderschön, dass sich Bürger für so etwas engagieren. Wir wollen dem nicht im Weg stehen." Im Rathaus ist am Freitag ein weiteres Gespräch zur Begrünungs-Initiative geplant.

