Eine Mischung aus 90 Prozent Kupfer und zehn Prozent Zinn ist bei einer Temperatur von rund 1300 Grad Celsius in die von Peter Luban geschaffene Form gegossen worden.
Foto: Ellen Liebner
Wendedenkmal nimmt Gestalt an
Bronzemantel im tschechischen Marienbad gegossen - Arbeiten liegen im Zeitplan - Weitere Spenden zur Finanzierung eingegangen
Plauen/Marienbad.
Plauen/Marienbad. Am 7. Oktober wird am Tunnel in Plauen das Denkmal zur Erinnerung an den Beginn der Friedlichen Revolution in Plauen im Jahr 1989 eingeweiht. Die Arbeiten dazu liegen im Zeitplan. Der mit dem Denkmal beauftragte Künstler Peter Luban aus Rößnitz hat am Dienstag in Marienbad in Tschechien den Guss des zweiten Teils für das Kunstwerk verfolgt.
Drei Teile sollen es einmal werden, die den bronzenen Mantel um eine Kerze als das Symbol des Plauener Widerstandes darstellen. Eines der jeweils 250 Kilogramm schweren Teile ist schon fertig. Die zweite Schale ist am Dienstag im Beisein des Künstlers Peter Luban aus Rößnitz in der Gießerei von Roman Pecher im tschechischen Marienbad gegossen worden. Das dritte Teil werde bis Mitte August fertig sein, versicherte der Rößnitzer. Die Arbeiten liegen im Zeitplan.
Luban hatte im Vorjahr den Wettbewerb neun vogtländischer Künstler um den besten Entwurf für das Plauener Wendedenkmal gewonnen. Die meisten Bürger votierten bei einer Umfrage für seine Stele. Die Arbeit besteht aus mehreren Stücken: Ein Teil des aus Bronze gefertigten Mantels um die Kerze zeigt Elemente der Überwachung und Unterdrückung, ein zweiter den Aufbruch und ein dritter die Orte des Widerstandes. Das waren die Markuskirche und das Malzhaus. Fünf hohe schmale Stelen daneben sollen auf die Bedeutung der Kerzen in der damaligen Zeit hinweisen.
"Der Sockel ist schon fertig, und auch die Strahler, die alles erleuchten werden, sind vorhanden", informierte Wolfgang Sachs am Dienstag. Er ist Mitglied der Arbeitsgruppe "Gemeinschaftsaktion Denkmal Friedliche Revolution 7. Oktober 1989 in Plauen". Diese Arbeitsgruppe setzt sich unter anderem aus Mitgliedern verschiedener wohltätiger Organisationen wie dem Lions- und dem Rotaryclub und anderen Vereinen zusammen. Auch die später von innen beleuchtete Aryl-Stele sei bereits fertig, ergänzte Peter Luban.
Eine Mischung aus 90 Prozent Kupfer und zehn Prozent Zinn ergibt die Bronzelegierung für den Mantel - den für Betrachter wichtigsten Teil des Ganzen. Denn darauf sind die gestalterischen Elemente und die Schrift angebracht. Das Material ist am Dienstag in zäh fließender Form und mit einer Temperatur von etwa 1300 Grad in die vorbereitete Form gegossen worden. "Darin bleibt es einen Tag lang", erklärte Roman Pecher. "Dann ist das Material aber immer noch zirka 100 Grad heiß und kann nur mit Handschuhen angefasst werden", ergänzte der Freund des vogtländischen Künstlers.
"Wir kennen uns seit zehn Jahren und ich kann hier alles machen, habe meine Freiheiten", begründete der Schöpfer des Denkmals, warum er im Nachbarland arbeiten lässt. Auch Teile für den von Luban geschaffenen Oelsnitzer Brunnen und den Ritter vom Markt in Elsterberg sind in Marienbad entstanden. Die Gießerei fertigt auch zahlreiche Gussteile für Berliner Künstler, verriet Pecher. Der geborene Karlsbader lebte lange in Landshut, bevor er sich in Tschechien selbstständig machte.
Wenn die Teile fertig sind, werden sie noch in der Gießerei in Marienbad zusammengesetzt und dann ins Vogtland transportiert. Im September wird das Denkmal vervollständigt, das zirka 60.000 Euro kosten wird. Nach Angaben der Arbeitsgruppe im Internet sind bereits 52.700 Euro an Spenden dafür eingegangen. Die Namen der Spender werden auf der Internetseite genannt. Das Ziel, das Denkmal nur durch das Geld der Bürger zu finanzieren, sei damit fast erreicht.


