Das Rittergut Schilbach mit dem Rittergutspark ist ein lohnenswertes Wanderziel bei Schöneck. Foto: Peter Albrecht
Weg zum Rittergut Schilbach
Region um Schöneck beliebtes Touristen-Ziel
Schöneck/Schilbach. Als prachtvoller Bau, der sich hinter Bäumen etwas versteckt am Park des Rittergutes Schilbach befindet, springt das Herrenhaus dem Wanderer geradezu ins Auge und ruft Erstaunen hervor. Der Jugendstil am Gebäude fasziniert. Er passt gut zur Umgebung, zu diesem wunderbaren Park. Beides ist vor knapp 100 Jahren entstanden. Von 1912 bis 1914 ist das alte Herrenhaus abgerissen und die Jugendstilvilla erbaut und 1913 der Park angelegt worden. Während der angebotenen Tour lässt sich ein Abstecher in den Park machen.
Dort sind erlesene Gehölze zu bewundern. Eine Gurken-Magnolie ist nach Angaben auf der Internetseite www.rittergut-schilbach.de der älteste Baum der Anlage. Unter anderen sind auch noch Hemlocktanne, Scheinzypresse, Eberesche, Espe, Erle, Blaufichte, Buche, Kornelkirsche zu finden.
Der königlich-sächsische Gartenarchitekt Max Bertram aus Dresden-Blasewitz entwarf und erbaute den Park im Auftrag des Textilfabrikanten und Rittergutsbesitzers Carl Siems aus Grüna bei Flöha. Der hatte das Gut im Jahr 1912 von der Stadt Schöneck für 1,1 Millionen Mark gekauft. Schöneck hatte Grundstück und Gebäude ein Jahr zuvor erst von den Erben der Frau Luise von Metzsch für eine Million erworben. Die Stadt hätte aber Kredite aufnehmen müssen. Siems wurde als zahlungskräftig eingestuft und bekam daher das Gut. Siems betrieb damals bei Flöha die größte Tüllfabrik Deutschlands.
Nach dem Zweiten Weltkrieg besetzten zuerst die Russen und dann die Amerikaner das Gelände. Die Besitzerin Marianne Siems floh auf die Insel Rügen, kehrte später jedoch zurück und wohnte im Jagdhaus Eschenbach. Die Wanderung streift übrigens auch diesen Ort. Das Herrenhaus ist später als Kreisparteischule der SED und dann als Altenheim genutzt worden. Im Jahr 1998 kaufte der Obervogtländische Verein für Innere Mission, Marienstift Oelsnitz, das Haus. Zwei Jahre zuvor waren bereits Gut und Wirtschaftsgebäude erworben worden. Die Villa ist zur Europäischen Kultur- und Bildungsstätte geworden, dient auch als Tagungszentrum. Übernachtungsplätze stehen zur Verfügung. Gaststätte und Pension Gutshof sind zudem für die Besucher vorhanden. (pa)

