Wie geht es weiter rings um die Talsperre Pöhl? Die gleichnamige Gemeinde steht vor der Entscheidung: Solange als möglich eigenständig bleiben oder sich einen passenden Partner im Umland suchen. Wie geht es weiter rings um die Talsperre Pöhl? Die gleichnamige Gemeinde steht vor der Entscheidung: Solange als möglich eigenständig bleiben oder sich einen passenden Partner im Umland suchen.

Foto: Helmut Schneider

Pöhler sollen am 15. Juli ihre Wünsche zur Gebietsreform nennen

Mit knapp 2700 Einwohnern ist Pöhl zu klein, um dauerhaft selbstständig zu bleiben

Pöhl. Treuen, Netzschkau, Elsterberg, Plauen oder keiner? Parallel zur Bürgermeisterwahl am 15. Juli werden die Pöhler befragt, wie ihre Wünsche zur Gemeindegebietsreform aussehen. Über die Erhebung, deren Ausgang dem Rat als Entscheidungshilfe dienen soll, ist dort am Donnerstag diskutiert worden.

Geht es nach den Vorstellungen von Bürgermeister Friedhard Kaul (parteilos), werden auf dem Stimmzettel sechs Fragen stehen. Fusion mit Treuen, Netzschkau, Elsterberg oder Plauen, kommunale Eigenständigkeit solange das möglich ist, oder eine ganz andere Kombination: Etwa ein Bündnis gemeinsam mit Elsterberg und Netzschkau.

"Gezwungen wird niemand, sich zu äußern, aber wir hoffen auf eine rege Beteiligung", so Kaul. Noch ist auch keine Kommune zum Handeln gezwungen. Das wird unumgänglich, je weiter die Einwohnerzahlen in Sachsen zurückgehen.

"Wir sollten aber auch nur jene Varianten auflisten, die wirklich realistisch sind", sagte etwa Andreas Puschner (Verein zum Naturraumerhalt). Ob Plauen als Partner wegen seiner bereits zahlreichen Eingemeindung infrage kommt, darüber bestand in der Runde Uneinigkeit.

Aufklärung gibt auf Nachfrage Cornelia Panzert, Chefin des Kommunalamtes im Vogtlandkreis. Nach ihren Worten sei eine Eingemeindung von Pöhl nach Plauen grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Aber: "Wir favorisieren das auch nicht." Schließlich würde die Stadt damit an ihrer nördlichen Spitze weit in das ländliche Umland hineinragen, Herlasgrün beispielsweise dann gut 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt sein. Doch ganz gleich wie sich die Pöhler entscheiden, der Freistaat habe bei der Genehmigung immer das letzte Wort, so Panzert. Bei einer Sondersitzung hinter verschlossenen Türen am 21. Juni wollen die Pöhler Räte endgültig festlegen, wie der Stimmzettel aussieht. Bis zum 18. Juni können die einzelnen Fraktionen ihre Vorstellungen einreichen.

Dieser Termin, ein Montag, ist zugleich Meldeschluss für die Bürgermeisterwahl. Und die bleibt spannend. Bislang hat noch kein Kandidat seinen Ring in den Hut geworfen. Selbst Amtsinhaber Kaul macht aus seiner Position ein großes Geheimnis. "Vor dem 18. Juni sage ich nichts", ließ er am Freitag wiederholt wissen. Findet sich kein Bewerber, können die Pöhler ihren Wunschkandidaten auf die dann leeren Wahlzettel schreiben. Wer am meisten genannt wird, ist, sofern er nicht ablehnt, Bürgermeister.

 
erschienen am 08.06.2012 ( Von Thomas Stranz )
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