Beirat für Naturschutz: Landkreis winkt ab
Verwaltung verweist auf Beschlüsse und sieht Arbeit als "vorbildlich"
Reichenbach/Plauen. Reichenbach/Plauen. Der Landkreis Vogtland braucht keinen ehrenamtlichen Naturschutzbeirat, meint die Kreisverwaltung. Die Bildung war von Kommunalpolitikern und Verbänden wie dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) sowie dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) angeregt worden. Vertreter der Verbände wollten im Beirat mitarbeiten.
Die Landkreisverwaltung winkt jedoch dankend aber entschieden ab. Die ehrenamtliche Tätigkeit auf dem Gebiet der Umwelt und des Naturschutzes im Kreis sei bereits "vielschichtig" und "gilt als vorbildlich", heißt es aus der Behörde. Die bereits jetzt schon bestehenden Strukturen funktionierten, die geleistete Arbeit sei gut, ein zusätzliches Gremium sei daher nicht notwendig. Zudem gebe es für Belange des Naturschutzes den zuständigen Ausschuss Umwelt, Bau, Vergabe des Kreistages.
Die vogtländische Kreisverwaltung - Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde bezogen nicht namentlich Stellung zum aufgeworfenen Thema - sieht sich im Einklang mit den Kreistagsbeschlüssen aus dem Jahr 2009. Damals hatten Politiker aus den Parteien Die Linke und Bündnis 90/Grüne die Bildung des Naturschutzbeirates beantragt.
Bei der Abstimmung im Kreistag waren zwar 27 Abgeordnete für den Vorschlag gewesen, jedoch 40 dagegen. Acht Kreisräte enthielten sich. Auch Landrat Tassilo Lenk (CDU) sah keinen Handlungsbedarf in dieser Hinsicht.
"Die Arbeit ist eigentlich gut getan", erklärte er unter Verweis auf viele ehrenamtliche Naturschutzhelfer. Anders hatte es Lenks CDU-Parteifreund, der frühere sächsische Minister Karl Mannsfeld, gesehen. Er hatte beim 1. Sächsischen Landschaftstag 2008 in Oberlauterbach Naturschutzbeiräte angeregt. Ein solcher Beirat unterstützt beratend die Arbeit von Naturschutzbehörden. In ihm sitzen meist ehrenamtlich tätige Bürger als fachkundige Vertreter von Naturschutzorganisationen, Jagd- oder Bauernverbänden. Der Beirat berät zu Bauvorhaben und kann Empfehlungen für politische Entscheidungen geben.

