David war's: Automat knipst Radio RSA aus
Deutschlands größter Dienstleister für Bild- und Tonübertragungen tut sich schwer mit der Analyse einer Panne
Reichenbach/Leipzig. Die Posse um eine Verwechslung beim Ausstrahlen von Radio-Programmen im Vogtland dauert an. Während der am 14. Juni für zehn Stunden und 52 Minuten ausgeschaltete Radiosender RSA Aufklärung fordert, verspricht der Senderbetreiber, die Bonner Firma Media Broadcast, eine "tiefgründige Untersuchung". Diese dauere jedoch weiterhin an.
Immerhin hat man in Bonn eine Woche später einen Hauptverdächtigen ausfindig gemacht und präsentiert: Es ist David, das Schaltsystem. Jener Automat "wird für die Konfiguration des Datenmultiplexers eingesetzt", teilt Account Manager Robert Schlicht von der Media Broadcast in einem Schreiben an RSA mit. Damit meint der im Bereich Vertrieb/Verkauf des größten deutschen Dienstleisters für Bild- und Tonübertragungen tätige Mitarbeiter: Schaltsystem David soll normalerweise mehrere parallel laufende Signale übertragen und bei den Sendeanlagen den ausgestrahlten Frequenzen richtig zuordnen. Doch dabei ging an jenem Tag etwas schief. Statt des Privatsenders RSA mit dem bekannten Blödelduo Böttcher und Fischer strahlten die Sender Mylau/Reichenbach und Elsterberg auf den RSA-Frequenzen den MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt aus.
"Wir bedauern diesen Ausfall sehr", beteuert Account Manager Schlicht und verspricht, die "notwendigen Schritte zur Verhinderung weiterer Vorfälle dieser Art" umgehend umzusetzen. Seit dem 16. Juni habe man eine Hotline geschaltet. Im Falle einer weiteren "außerordentlichen Störung" werde der Sender bis zur zweifelsfreien Klärung abgeschaltet, statt ein falsches Programm auszustrahlen.
"Die Antwort ist nicht zureichend", erklärt dazu RSA-Sprecher Nico Nickel, eine rein technische Ursache sei "kaum vorstellbar". Womöglich sei die Abkürzung des MDR-Senders Sachsen-Anhalt mit RSA gleichgesetzt und so das falsche Programm ausgestrahlt worden. Einen ähnlichen Vorfall habe es erst kürzlich bei einem anderen Sender der Gruppe in Hessen gegeben. Schließlich entstehe dabei erheblicher wirtschaftlicher Schaden.
Unterdessen hat auch das Internet-Magazin "Radioszene" den Vorfall aufgegriffen und Nickels Argumentation gestärkt. Beim Ausfall von Werbezeiten sei ein Ausgleich zwischen Media Broadcast und Radiosendern vertraglich gesichert. Insider vermuten, dass sich beide Seiten gütlich einigen werden.

