Haareschneiden für Nele im McDonalds. Die Friseusen Manuela (links) und Claudia Todt am Sonntag mit den Spendern Angelika Hartmann aus Reichenbach und Thomas Schumann aus Netzschkau.
Foto: Franko Martin
Hilfsaktionen für Nele gehen weiter
Spendenbereitschaft für schwerkrankes Mädchen ist ungebrochen
Reichenbach. Für Marlies Pocklitz gibt es keinen Zweifel. "Wir finden einen Spender für Nele. Und wenn ich auf den Marktplatz gehe und jeden persönlich anspreche", sagte am Montag die Oma des an einem schweren Defekt des blutbildenden Systems leidenden einjährigen Mädchens aus Reichenbach, das dringend eine Stammzellenspende benötigt. Mit dem Ergebnis einer Spendenaktion am Sonntagnachmittag im McDonalds ist Marlies Pocklitz mehr als zufrieden. 28 Menschen waren gekommen, um sich von den Reichenbacher Friseusen Manuela und Claudia Todt das Haar in Form bringen zu lassen und das Honorar von zehn Euro dafür zu spenden. 500 Euro brachte das ein, also wurde erheblich mehr gespendet.
Zu den Spendern zählte Thomas Schumann aus Netzschkau, der über Facebook von der Hilfsaktion für Nele erfahren. "Ich habe selbst ein kleines Kind und kann mir vorstellen, was die Eltern durchmachen." Stephanie Diezel aus Reichenbach, die in der Jesus-Gemeinde von der Aktion erfahren hat, kam für Nele in das Schnellrestaurant. Da die 19-Jährige Angst vor einer Knochenmark-Spende hat, wählte sie diese Form der Unterstützung.
Auch die Hilfsaktion des FSV Reichenbach, der während eines Punktspiels am Samstag ab 14 Uhr in der Turnhalle der Weinholdschule zur Typisierung via Speichelabgabe aufruft, macht Marlies Pocklitz Mut. "Nächste Woche sind wir mit Nele in der Uniklinik Jena, um uns die Station anzuschauen und alles durchzusprechen, was mit einer Transplantation zusammenhängt", erzählte Neles Oma. Bevor steht der Familie auch noch der Abgleich der Spender-Daten aller deutschen Dateien im Zentralen Knochenmarkspender-Register in Ulm. Über Ulm läuft auch die Suche nach potenziellen Stammzellspendern für Patienten mit einer Erkrankung des blutbildenden Systems. Es könnte also sein, dass der passende Spender bereits registriert ist. Es kann aber auch sein, dass er bei beim nächsten Typisierungs-Termin dabei ist: am Samstag in der Altenpflege- und Rettungsdienstschule Werdau an der Zwickauer Straße 33 zwischen 10 und 18 Uhr. "Feuerwehr, THW, Wasserwacht, alle kommen", berichtet Marlies Pocklitz.
Die Geldspenden, wie sie beim Frisieren oder beim Volleyball zusammenkommen, gehen an den Betreiber der weltweit größten Datei, der Deutsche Knochenmarkspenderdatei. Dort kostet eine Typisierung 50 Euro. Das beim Frisieren gespendete Geld reicht also für genau zehn Typisierungen, bei denen den Spendern fünf Milliliter Blut für die Untersuchung der Gewebemerkmale abgenommen werden. Das hatten am Donnerstag bereits 66 Menschen bei einer Blutspende- und Typisierungsaktion im VAMV-Sitz getan.


