Hat Stellung zur Situation der Reichenbacher Hochschule bezogen: Gunter Krautheim, Rektor der Westsächsischen Hochschule Zwickau (zweiter von rechts), am Dienstag im Gespräch mit den "Freie Presse"-Redakteuren Jana Klameth, Rainer Räch (rechts) und Gerd Möckel.
Foto: Ellen Liebner
Hochschule: Pläne für geordnetes Aus
Bildungsinstitut hat Vorstellungen zur Abschaffung des Standorts Reichenbach
Plauen/Reichenbach. Plauen/Reichenbach. Geht es nach den Vorstellungen der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ), läuft die Hochschulausbildung in Reichenbach im Jahr 2015 aus. Das sagte am Dienstag WHZ-Rektor Gunter Krautheim während eines "Freie Presse"-Redaktionsgesprächs in Plauen.
Demnach können alle Studenten, die in den nächsten beiden Jahren in Textil- und Ledertechnik beziehungsweise Architektur immatrikuliert werden, ihr Studium in Reichenbach beenden. Dieser Vorschlag, der in den sächsischen Hochschulentwicklungsplan einfließen soll, ist laut Rektor Bestandteil des "Konzepts für ein geordnetes Ende" der Ausbildung in Reichenbach.
Vorausgesetzt, es kommt tatsächlich zur Schließung des Hochschulstandorts. "Aber auch andernfalls hätten wir früher oder später im Rahmen des Wettbewerbs unter den Hochschulen und anderen Einrichtungen in Bezug auf Reichenbach reagieren müssen", sagte Krautheim. "Wir haben dort in der Tat einen erheblichen Investitionsbedarf. Auf der anderen Seite nimmt die Zahl der Studienbewerber ab." Der Trend rückläufiger Studentenzahlen in Reichenbach allein hätte unabhängig von den jüngst vom Wissenschaftsministerium öffentlich gemachten Schließungsplänen zum Nachdenken über den Standort geführt. "Es wäre aber noch ein Stück weitergegangen."
Andere Außenstellen sicher
Die Reichenbacher Problematik treffe allerdings allein auf diese WHZ-Außenstelle, nicht auf die Musikinstrumentenbau-Ausbildung in Markneukirchen und auch nicht auf die Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg zu. "Für diese Standorte gibt es keinerlei derartige Überlegungen." Im selben Atemzug trat Krautheim Gerüchten entgegen, der Studiengang Architektur könne an der Plauener Studienakademie angesiedelt werden. "Eine Ausbildung an der Akademie in diesem Fach würde gar nicht anerkannt werden." Allerdings könne auch Zwickau von Bachelor-Studiengängen in Plauen profitieren: "Zum Beispiel in Form von Studenten, die dann bei uns ein Masterstudium dranhängen."
In jedem Fall, sagte Gunter Krautheim, würden die Reichenbacher Studiengänge weitergeführt. Die Ausbildung Textil- und Ledertechnik wie geplant in Zwickau, für die Fakultät Architektur kommt nach Lage der Dinge eher ein Wechsel nach Leipzig oder Dresden infrage.
Harter Schlag für Reichenbach
In jedem Fall stehe Reichenbach mit dem Verlust des Hochschulstandorts als Verlierer da. Das sieht auch der Rektor so: "Für Reichenbach ist das wirklich hart." Letztlich aber würde die Ansiedlung des Instituts für Textil- und Ledertechnik in Zwickau der gesamten Region mit einer Aufwertung des Studiengangs zugutekommen.
"Ein Teil des Studiums ist ohnehin in Zwickau angesiedelt. Hier kann die weitere inhaltliche Ausgestaltung der Ausbildung auch im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit der Außenstelle Schneeberg besser umgesetzt werden", sprach Krautheim eine für August in Zwickau geplante Zukunftskonferenz zur Ausbildung in der Textil- und Ledertechnik an. Dabei geht es darum, den Studiengang inhaltlich neu aufzustellen. "Es geht da etwa um neue Formen der Oberflächenveredlung oder den Einsatz anderer Materialien". Auch dafür sieht der Rektor in Zwickau optimale Voraussetzungen. Seite Sachsen: Interview

