Der beste Erntekranz wurde von Kristina Müller (links) gewunden. Die beste Krone hatten Gisela Trommer und Steffi Wagner gestaltet.
Foto: Franko Martin
Hoffest in Waldkirchen: Landwirtschaft zum Anfassen
Tausende Besucher konnten den schönsten Erntekranz und die schönste Erntekrone wählen
Waldkirchen. Armin Döhler vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, der zu Besuch zum Hoffest der Marienhöher Milchproduktion gekommen war: "Das Vogtland hat am Wochenende seinen eigenen Tag der Sachsen in Waldkirchen erlebt."
Es ist ein Termin, der fest im Kalender des ehemaligen Leiters des Plauener Landwirtschaftsamtes steht. Er sagte zudem: "Das Vogtland ist wie eine Heimat für mich. Ich komme immer wieder gern hierher, schon weil ich hier so viele Leute kenne." Für Treffen hatte Döhler und all die anderen Besucher jede Menge Gelegenheit. Eine genaue Besucherzahl konnte am Sonntag Heiko Hölzel, der Geschäftsführer des Unternehmens, nicht nennen. Doch es spreche für sich, dass rund 1400 Besucher sich an der Abstimmung über den schönsten Erntekranz und die schönste Erntekrone beteiligten.
Vorjahressiegerin erneut vorn
Die Sieger des von der "Freien Presse" präsentierten Wettbewerbs gab die stellvertretende Vorsitzende des Irfersgrüner Landfrauenvereines, Cornelia Hackel, am Sonntagnachmittag bekannt: Die Überraschung beim schönsten Kranz war groß, denn der Preis ging an die Vorjahressiegerin Kristina Müller aus Hohenstein-Ernstthal. Sie war voriges Jahr schon als Einsteigerin mit ihrem farbenfrohen Gemüsekranz die Überraschungssiegerin schlechthin. Auch in diesem Jahr blieb Müller den Farben treu, verwendete aber viele getrocknete Blumen. Platz eins bei den Kronen ging an Gisela Trommer und Steffi Wagner.
Erstmals vergaben die Landfrauen auch einen Durchhaltepreis und einen Nachwuchspreis. Durchgehalten hat Monika Penzel aus Oelsnitz, die, wie Hackel berichtete, noch nie etwas gewann, aber immer mitgemacht hat.
Sophia Seidel (links) und Marleen Petzold aus Schönbrunn gefielen vor allem die Kälbchen, die sich streicheln ließen.
Foto: Franko Martin
Der Nachwuchspreis ging an das Team Heiko Feustel und Diana Laukner aus Irfersgrün, womit erstmals in der Geschichte der Irfersgrüner Wettbewerbe ein Mann am Binden beteiligt war. Lust an Experimentierfreudigkeit und Farbe zog sich wie ein roter Faden durch die Schau. Während vor ein paar Jahren die klassischen Materialien Getreide vorherrschten, Buchweizen und Leinen schon als gewagt galten, sind heute der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Hagebutten finden genau so Verwendung, wie die verschiedenen Trockenblumen oder andere formen- und farbenreiche Naturmaterialien. Beim Publikum kommt dieser Farb- und Materialmix gut an, denn gerade die Kränze und Kronen mit farbigen Akzenten erhielten die meiste Zustimmung.
Heiko Hölzel weiß die Wirkung des Wettbewerbes zu schätzen: "Das ist schon ein wichtiger Anziehungspunkt." Armin Döhler fand am Sonntag auch ernste Worte: "Ich mache mir Sorgen, weil wir so viele Lebensmittel wegwerfen. Wir müssen mehr darauf achten, dass Lebensmitteln die notwendige Achtung entgegen gebracht wird." Dem pflichtete die sächsische Milchkönigin Maria Lenk aus Irfersgrün bei: "Wir haben eine Riesenauswahl an Lebensmitteln. Wir wissen gar nicht, wie gut es uns geht."
Kälbchen geboren
Auf dem Gelände der Marienhöhe gab es viel zu sehen und zu erleben. Einige Besucher standen Spalier bei der Geburt eines Kälbchens. Stallführungen gehörten zum Angebot. Rundfahrten mit einem Oldtimertraktor auch. Ein Bauernmarkt lud zum Schauen und Kaufen ein. Hölzel zog gegen Ende der Veranstaltung eine positive Bilanz: "Wir haben schönes Wetter bestellt. Das hat geklappt. Wenn es den Leuten gefallen hat, sind wir zufrieden."

