Kinder vor einem Schulbus Lutz Kaschitzke von der Fahrschule der Reichenbacher Verkehrsbetriebe Gerlach fand am Dienstag bei der "Busschule" den richtigen Draht zu den Mädchen und Jungen der Dittes-Grundschule. Er vermittelte ihnen, was alles bei der Fahrt mit dem Schulbus zur Neuberinschule zu beachten ist.

Foto: Franko Martin

Kinder üben Fahrt mit dem Bus

150 Schüler der Reichenbacher Dittesschule absolvieren diese Woche eine "Busschule"

Reichenbach. Busfahren will gelernt sein. Das Mitfahren auch. Das haben am Dienstag Mädchen und Jungen der Dittes-Grundschule in Oberreichenbach in der für sie eingerichteten "Busschule" erfahren.

Weil ihr Schulhaus saniert wird, weichen sie nach den Winterferien für ein Jahr in die Neuberschule im Neubaugebiet aus. Das heißt: Künftig müssen sie den Schulbus nutzen. "Die meisten unserer Kinder kommen zu Fuß zur Schule oder die Eltern bringen sie. Mit dem Bus zu fahren, ist für sie neu. Gut, wenn sie das schon mal geübt haben, bevor es am 27. Februar richtig los geht. Das gibt ihnen ein Stück mehr Sicherheit", sagte Schulleiterin Juana Martin.

Als Patrick Schwarzkopf um 10 Uhr den Bus den Reichenbacher Verkehrsbetrieben (RVB) Gerlach an der Schulbushaltestelle Dittesschule vorfuhr, drängten die Zweit- und Drittklässler alle auf einmal aufgeregt hinein. Keiner hatte ein "Guten Morgen" für den Fahrer übrig. Wie es richtig geht, erklärte den Kindern dann Lutz Kaschitzke von der RVB-Fahrschule.

Am alten Busbahnhof unterhalb vom Bahnhof wurde weitergeübt. "Wo geht man über die Straße, wenn man aus dem Bus ausgestiegen ist?", wollte Kaschitzke wissen. "Vor dem Bus", meinte ein Mädchen. Ein Junge war sich indes sicher: "Natürlich hinter dem Bus." Und damit hatte er Recht. Alle stiegen aus dem Bus, überquerten die Straße und nahmen gegenüber am Bussteig Aufstellung. "Wenn sich der Bus nähert, müsst ihr ein ganzes Stück von der Bordsteinkante zurücktreten. Er ist nämlich unheimlich schwer. Stellt euch vor: Da kommen zwölf Elefanten", führte Kaschitzke den Kindern vor Augen. Als alle wieder eingestiegen waren, nahm der Busfahrer Anlauf für eine Bremsprobe. Hier lernten die Kinder, welche Kräfte beim Bremsen auftreten und wie sie ihren Ranzen hinstellen sollen, damit er nicht zum Geschoss wird.

Er habe früher öfter den Turnbeutel im Bus vergessen, erinnerte sich Kaschitzke an seine Kindheit. Wenn heute mal etwas liegen bleibt, sammelt der Busfahrer die Sachen ein und man kann sie am nächsten Früh bei ihm wieder in Empfang nehmen. "Aber nur wenn man 'Guten Morgen' sagt", meinte der Fahrschulexperte augenzwinkernd. Was länger liegt, gibt der Fahrer im Betrieb ab, wo man die Sachen dann abholen kann.

An der Haltestelle Dammsteinstraße/Ecke Obermylauer Weg übten die Kinder das Überqueren des Fußgängerschutzweges und liefen schon mal den Weg zur Neuberschule entlang. Danach ging es nach Oberreichenbach zurück.

Der Umzug der Schulmöbel von der Dittes- in die Neuberschule beginnt am Montag.

 
erschienen am 07.02.2012 ( Von Gerd Betka )
 
Kommentare
1
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  • 08.02.2012
    19:21 Uhr

    crashy9708: DAZU BRAUCHT ES EIGENTLICH KEINER BUSSCHULE

    Übrigens:
    Die BVG in Berlin macht das schon recht lange.
    Selber fahre ich auch Schüler zum Schwimmunterricht mit einem 12-m-Bus.
    Jede Klasse ist anders, aber im Großen und Ganzen komme ich mit den Kindern recht gut lang.
    Zu Weihnachten sammelte sogar eine Klasse für ein Weihnachtsgeschenk, genauso erhielt ich zum Ende des ersten Schulhalbjahres von einer Klasse ein Präsent - mit der Bitte, die Jungs und Mädels auch weiter befördern zu dürfen.
    Alles in Allem:
    Die Kinder, in ihrem Verhalten gegenüber dem Fahrpersonal, sind das Aushängeschild der elterlichen Erziehung und der Einflußnahme durch Lehrer und Erzieher.
    Dort, wo die Eltern auf Ordnung und Sicherheit achten, dort fragt kein Kind, ob es sich anschnallen muss oder nicht - das Kind tut es.
    Genauso verhält es sich mit dem Umgang gegenüber dem Fahrpersonal:
    Der Lehrer, der eingebildet einfach den Bus betritt, der kann von seinen Schülern nicht erwarten, dass diese den Busfahrer grüßen.
    Oft habe ich das Gefühl, dass so mancher verbeamteter Lehrer glaubt, er sei etwas Besseres als ein Busfahrer.
    Dieser Lehrer irrt gewaltig, denn auch ein Busfahrer kann durchaus ein Abitur mit HS-Studium besitzen und wenn er dazu noch ein paar Semester Psychologie und Pädagogik besucht und selbst drei Kinder auf dem Weg ins Berufsleben bege
    leitet hatte, dann kann sich daraus auch ein ganz herzliches Verhältnis entwickeln - auf Agenhöhe mit den Lehrern und den Schülern.
    Letztendlich hängt alles von allen Beteiligten ab - meine kleinen Fahrgäste fahren gerne mit mir, dem "lustigen Busfahrer", der aber auch mal hart durchgreifen kann.
    Schließlich ist kein Kind wie das andere, genauso wenig wie Busfahrer und Leher perfekt sind, auch wenn diese glauben, es zu sein.
    Irren ist halt menschlich, aber mit Menschlichkeit erreicht man mehr als mit jedem pädagogischen oder psychoölogischen Wörterbuch. Diese Art von Erziehung ist in den letzten Jahren doch nur allzu oft in Vergessenheit geraten.
    Wir waren doch alle einmal Kinder und wollten immer alles besser machen als unsere Eltern - warum tun wir es dann nicht auch?
    Meine Kinder freuen sich immer dann besonders, wenn ich mal mit einem Reisebus vorfahre - Videoanlage natürlich inklusive.
    DAZU BRAUCHTE ES EIGENTLICH KEINER BUSSCHULE - WENNSICH DIE ELTERN MEHR ZEIT FÜR DIE ERZIEHUNG IHRER KINDER NEHMEN UND SICH ALS VORBILD FÜR IHRE KINDER IM STRASSENVERKEHR BEWEGEN!
    Übrigens:
    Als "Pennäler" war ich in den 70-ern mit den Busfahrern auf "DU und DU" - vielleicht lag es auch daran, dass mein Vater im Fernverkehr in Falkenstein beim Kraftverkehr fuhr.
    2009 habe ich mir mit 50 Jahren endlich meinen Traum vom Busfahrer efüllt - es ist einfach ein geiles Gefühl, auch wenn der Job recht hart ist.

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