Kinderzahl sinkt in Reichenbach

Im Jahr 2022 werden in den Kitas ein Fünftel weniger Kinder als zurzeit betreut werden

Reichenbach. Vor dem Hintergrund sinkender Kinderzahlen hat der Stadtrat am Montag eine Prognose zur Entwicklung der Kindertageseinrichtungen in Reichenbach bis zum Jahr 2022 beschlossen.

Aktuell werden 1042 Mädchen und Jungen in den insgesamt 14 Reichenbacher Kitas betreut, 196 in der Krippe, 498 im Kindergarten und 348 im Hort. Die Auslastung von Krippe und Hort beträgt jeweils 85 Prozent, in den Kindergärten sogar 99 Prozent. Fachbereichsleiterin Kerstin Thomä schätzt dies als "sehr gut" ein. Damit besuchen 48 Prozent der infrage kommenden Kinder eine Krippe, 64 Prozent einen Hort und 105 Prozent einen Kindergarten. Letzteres verwundert. Wie können mehr Kinder die Reichenbacher Kindergärten besuchen, als überhaupt hier leben? "Das liegt daran, dass weit mehr Ortsfremde ihre Kinder bei uns unterbringen als umgekehrt Reichenbacher ihre Kinder auswärts", erläutert Sachgebietsleiter Jens Prager.

Die Prognose bis 2022 hält an den genannten Betreuungsquoten fest. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass künftig in Reichenbach pro Jahr 110 Kinder geboren werden. In der Krippe würden somit im Jahr 2022 160 Kinder betreut, im Kindergarten 405, im Hort 281. Das ist knapp ein Fünftel weniger als heute.

Entsprechend müssten sich auch die Kita-Kapazitäten verringern, wenn wirtschaftlich gearbeitet werden soll. Beschlossene Sache ist bislang lediglich die Schließung der Kita "Am Stadtpark" bis spätestens 2020 (siehe Infoblock). Welche Einrichtungen noch geschlossen werden, lässt die Prognose offen. Über den Fortbestand der einzelnen Einrichtungen entscheide die tatsächliche Belegung, heißt es. Und: Sollte die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben sein, müsse über eine Schließung oder die Zusammenlegung von Einrichtungen nachgedacht werden. Zuerst fasse man dabei bestehende Außenstellen oder Träger mit mehreren Kitas ins Auge. Darüber seien die Träger im Bilde. "Eine neue Schließungswelle wie in der 1990er-Jahren, als in Reichenbach 13 Kindereinrichtungen geschlossen wurden, wird es aber keinesfalls geben", sagt Jens Prager.

Die Datenbasis ist ein Problem für sich. "Ob die Geburtenentwicklung tatsächlich so eintritt, weiß niemand. Sollte es statt 110 schließlich 130 Geburten im Jahr geben, werden wir froh sein, einen gewissen Puffer an Betreuungsplätzen zu haben", erklärt Prager. Außerdem wirken sich der Verdienst der Eltern und gesetzliche Änderungen auf die Anmeldung in Kitas aus.

Eine solche Änderung steht bereits ins Haus. Ab August 2013 sollen unter Dreijährige einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz haben. "Wir könnten diese Aufgabe schon heute erfüllen. Das sieht in anderen Regionen, auch in Dresden, anders aus", machte OB Dieter Kießling aufmerksam. Fachbereichsleiterin Thomä erwartet eine steigende Betreuungsquote im Krippenbereich. Das Jugendamt des Vogtlandkreises gehe von 52 Prozent aus.

Per 1. Januar 2015 will die Stadt überprüfen, ob ihre Vorhersagen den Tatsachen entsprechen.

 
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Kinderzahl sinkt in Reichenbach
Neubau- und Schließungspläne für Awo-Kitas
 
erschienen am 05.06.2012 ( Von Gerd Betka )
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